Bayern: Einsatzende nach 34 Tagen beim Waldbrand am Saurüsselkopf in Ruhpolding
RUHPOLDING (BAYERN): Am Abend des 3. Mai 2026 wurde im Gipfelbereich des Saurüsselkopfs in den Chiemgauer Alpen ein Feuer entdeckt, das die Einsatzkräfte zahlreicher Feuerwehren, Behörden und weiterer Hilfsorganisationen über Wochen hinweg in Atem hielt. Nach 35 Tagen konnte nun offiziell das Ende des Einsatzes festgestellt werden. Die anschließenden Reinigungs- und Reparaturarbeiten werden jedoch noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Gleiches gilt für die Wiederaufforstung durch die Bayerischen Staatsforsten.

In den ersten neun Tagen des Einsatzes wurde sogar der Katastrophenfall ausgerufen. Während in der Anfangsphase schwerpunktmäßig mit bis zu elf Hubschraubern gleichzeitig die Brandbekämpfung aus der Luft erfolgte, waren in den vergangenen Wochen vor allem die Bodentrupps gefordert. Diese beseitigten teils in extrem steilem Gelände von Hand Hunderte Glutnester. Parallel dazu wurden mithilfe von Beregnungsanlagen und Tanklöschfahrzeugen Widerstandslinien gegen das Feuer errichtet.

Hierfür entstand am Berg eine umfangreiche Löschinfrastruktur mit kilometerlangen Schlauchleitungen, zahlreichen Pumpen und mehreren Wasserdepots. Sie war notwendig, um die Einsatzkräfte insbesondere in den schwer zugänglichen Bereichen mit Löschwasser zu versorgen. Teilweise musste die erforderliche Ausrüstung mittels Hubschrauber an die Einsatzstellen transportiert werden, da diese mit Fahrzeugen nicht erreichbar waren.

In den vergangenen Tagen wurde die umfangreiche Löschausrüstung aus dem Berggebiet zurückgebaut und in mehreren Depots zwischengelagert. Am Samstag war hierfür nochmals ein Hubschrauber im Einsatz, der Material ins Tal transportierte. In den späten Nachmittagsstunden konnte schließlich offiziell das Ende des Einsatzes bekannt gegeben werden. Dafür waren in den letzten Tagen nochmals zahlreiche Helfer vor Ort tätig. Allein am Samstag befanden sich mehr als 100 Einsatzkräfte im Einsatz.

Insbesondere für die Feuerwehren und die Einheiten der Bergwacht beginnen nun die Reinigungs-, Reparatur- und Aufbereitungsarbeiten. Ob Schläuche, Pumpen oder andere Ausrüstungsgegenstände – alles muss nun gereinigt, geprüft und teilweise instandgesetzt werden. „Diese Hintergrundarbeiten werden sicherlich noch Tage, wenn nicht sogar Wochen in Anspruch nehmen“, betont Kreisbrandrat Christof Grundner.

„Auch wenn es für ein abschließendes Fazit noch zu früh ist, wird dieser Einsatz sicherlich Einzug in die Geschichtsbücher finden“, so der Kreisbrandrat. Er ergänzt: „Allein die administrative Erfassung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, ehe konkrete Zahlen und Fakten zum Einsatzgeschehen präsentiert werden können.“ Der Brand gilt bereits heute als größter Bergwaldbrand Bayerns der vergangenen Jahrzehnte und dürfte zugleich einer der größten Waldbrände im Freistaat gewesen sein.

Schon jetzt steht fest: Um ein Schadensausmaß dieser Dimension bewältigen zu können, war ein enormer Personalaufwand mit zehntausenden Einsatzstunden erforderlich, der überwiegend von ehrenamtlichen Kräften getragen wurde. Hinzu kam ein außergewöhnlich hoher Material- und Ausrüstungseinsatz. Neben den Einsatzkräften der Feuerwehr – insbesondere der örtlich zuständigen Feuerwehr Ruhpolding – waren unzählige Helfer der Bergwacht Bayern, der Bayerischen Polizei mit der Alpinen Einsatzgruppe und der Hubschrauberstaffel, der Bundespolizei, der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, der Bayerischen Staatsforsten, der Gemeinde Ruhpolding, des Landratsamts Traunstein sowie zahlreicher privater Unternehmen vor Ort im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen. Mit dem 6. Juni sind nun sämtliche Einsatzmaßnahmen abgeschlossen.

Siehe dazu auch:
Bayern: Katastrophenfall „Waldbrand am Saurüsselkopf“ endet → Nachlöscharbeiten bei besonderer Einsatzlage (12. Mai 2026)
Bayern: 330 Kräfte auch nach einer Woche Waldbrand am Saurüsselkopf (10. Mai 2026) im Einsatz
Bayern: Waldbrandlage am Saurüsselkopf mit 8. Mai 2026 → Ablöschen der Glutnester im Fokus – Einsatzmaßnahmen in der Nacht
Bayern: Groß-Waldbrand am Saurüsselkopf → Lage bleibt mit 7. Mai 2026 stabilisiert
Bayern: 160 Hektar-Waldbrand am Saurüsselkopf in Ruhpolding → 6. Mai 2026: stabilisierte Lage
Bayern: 160 Hektar-Waldbrand am Saurüsselkopf in Ruhpolding → Lage 3. bis 5. Mai 2026
Bayern: Bundespolizei im Einsatz gegen den Waldbrand im Landkreis Traunstein

Kreisfeuerwehrverband Traunstein


