Sbg: Blitz entzündet Hochsitz → Wald- und Latschenbrand im Pongau
MÜHLBACH (SBG): Montag Abend, 29. Juni 2026, kam es erneut zu einem Waldbrand im Pongau und wieder war ein Unwetter die Ursache: Gegen 19:15 Uhr setzte ein Blitzschlag einen Hochsitz am Wetterriffl in Brand. Das Feuer breitete sich daraufhin rasch auf ein angrenzendes Latschenfeld aus. Der Brand wurde von einem aufmerksamen Mitglied der Feuerwehr Mühlbach entdeckt und gemeldet.
Aufgrund der abgelegenen Lage des Einsatzorts erhöhte der Einsatzleiter sofort auf Alarmstufe 2, wodurch auch die Feuerwehr Bischofshofen alarmiert wurde, und forderte die Waldbrandausrüstung aus St. Johann, das Einsatzleitfahrzeug Pongau und die Drohnengruppe Pongau zur Unterstützung an.

Im Zuge der Erkundung wurde schnell klar, dass der Brand nicht mit Feuerwehrfahrzeugen erreicht werden konnte und auch zum Verlegen einer Schlauchleitung zu weit abseits lag. Der nächste mit Feuerwehrfahrzeugen erreichbare Ort war die Brandstätt-Hütte, wo auch die Einsatzleitung eingerichtet wurde. Es wurde daher die Unterstützung durch einen Hubschrauber angefragt.
Zwei Kameraden griffen unterdessen zu einem ungewöhnlichen Mittel und machten sich mit Trial-Bikes auf den Weg zur Einsatzstelle. Zwei weitere Kameraden folgten ihnen zu Fuß.

Als die Einsatzkräfte beim Brand eintrafen, brannte ein rund zehn mal zehn Meter großes, mit Latschen dicht bewachsenes Areal; das Feuer breitete sich weiter aus. Den Feuerwehrmännern gelang es zwar, die Ausbreitung einzudämmen, indem sie den noch nicht betroffenen Bewuchs mit Hilfe von Motorsägen entfernten, das Ausmaß des Brandes machte aber klar, dass ein Hubschraubereinsatz unbedingt erforderlich war.
Beim Arthurhaus wurde dieser inzwischen vorbereitet, indem ein Faltbehälter aufgebaut und mit Wasser aus einem nahen Teich befüllt wurde. Weiters wurde der Löschwasser-Außenlastbehälter für den Hubschrauber einsatzbereit gemacht. Kurze Zeit später traf eine Maschine der Flugpolizei ein, die zuvor schon beim Waldbrand in Lofer im Einsatz war.

Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit standen die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Flugpolizei jedoch unter Zeitdruck. Nur durch die perfekte Zusammenarbeit zwischen den Organisationen konnten noch rechtzeitig neun Löschflüge und – nachdem diese Wirkung gezeigt hatten – zwei Transportflüge – durchgeführt werden. Bei den Transportflügen wurde noch Ausrüstung wie gefüllte Löschrücksäcke zur Einsatzstelle gebracht, mit deren Hilfe auch die letzten Glutnester abgelöscht werden konnten. Nach einem abschließenden Erkundungsflug mit der Drohne Pongau, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, konnte gegen 21:45 Uhr „Brand aus“ gemeldet werden.

Dass der Einsatz noch am Montag erfolgreich abgeschlossen werden konnte, ist dem schnellen Einsatz und der guten Zusammenarbeit von Feuerwehr und Flugpolizei zu verdanken. Wäre am Montag kein Hubschraubereinsatz mehr möglich gewesen, hätte eine wirksame Brandbekämpfung erst am Dienstag erfolgen können und der Brand sich bis dahin weiter ausgebreitet.

Für Dienstag ist nun nur noch ein Kontrollflug geplant, bei auch die in der Nacht zurückgelassene Ausrüstung geborgen werden soll.
