Nö: Neuerlich großer Brand im Föhrenwald in St. Egyden → Personen evakuiert, Hundertschaft im Einsatz
ST. EGYDEN (NÖ): Nur wenige Tage nach dem Ende des tagelangen Großeinsatzes steht der Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld im Bezirk Neunkirchen am Freitag, 14. August 2026, erneut in Flammen. Diesmal rückte das Feuer zeitweise bedrohlich nahe an eine Wohnsiedlung heran.
Rund 150 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Für die Feuerwehr wurde die höchste Alarmstufe B4 ausgelöst. Am frühen Abend standen laut ORF Niederösterreich gleich 84 Feuerwehren mit rund 700 Mitgliedern im Einsatz.

Der ausgedehnte Wald- und Flurbrand war in den Mittagsstunden ausgebrochen. Rasch entwickelte sich eine weithin sichtbare Rauchsäule über dem Föhrenwald. Nach Angaben des niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes handelt es sich nicht um dasselbe Brandgebiet, das die Feuerwehren erst in der Vorwoche über mehrere Tage beschäftigt hatte. Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas zufolge liegt der neue Brandherd auf einer anderen Seite des Föhrenwaldes. Die Ursache des Feuers war am Freitagabend noch nicht bekannt.

Flammen näherten sich bis auf rund 100 Meter
Besonders kritisch entwickelte sich die Situation in Richtung Neusiedl am Steinfeld. Die Flammen kamen nach Angaben der Einsatzleitung bis auf rund 100 Meter an eine Wohnsiedlung heran. Wegen des Windes drohte sich das Feuer weiter in Richtung der Häuser auszubreiten. Daraufhin wurde die Evakuierung von Teilen der Katastralgemeinde eingeleitet.

Betroffen waren unter anderem Bewohner der Bahnstraße, der Waldstrandsiedlung sowie der Oberen und Unteren Waldgasse. Auch ein Gasthaus im gefährdeten Bereich musste schließen. Insgesamt waren nach Angaben der Feuerwehr rund 150 Personen von der Evakuierung betroffen. Die Gemeinde St. Egyden berief einen Krisenstab ein. Viele Bewohner fanden vorübergehend bei Freunden oder Angehörigen Unterkunft, für weitere Betroffene wurde im Gemeindezentrum ein Notquartier mit Feldbetten vorbereitet.

Sieben Hubschrauber unterstützen die Löscharbeiten
Aufgrund der raschen Brandausbreitung wurde die höchste Alarmstufe B4 ausgelöst. Bis zum späten Nachmittag war der Einsatz auf 84 Feuerwehren mit rund 700 Feuerwehrmitgliedern angewachsen. Neben den örtlichen und überregional herangeführten Einheiten standen auch der Flugdienst und der Sonderdienst Waldbrand des niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes sowie drei Katastrophenhilfsdienstzüge im Einsatz.

Massive Unterstützung erhielt die Feuerwehr aus der Luft. Insgesamt sieben Hubschrauber wurden für Löschwasserabwürfe eingesetzt: vier Maschinen des Innenministeriums, zwei Hubschrauber privater Unternehmen sowie ein Black Hawk des Österreichischen Bundesheeres. Sie konzentrierten sich insbesondere auf jene Bereiche, die für die Bodentruppen nur schwer erreichbar waren.
Auch Rettungsorganisationen waren mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Das Rote Kreuz stellte laut ORF 44 Mitarbeiter und 21 Fahrzeuge und unterstützte unter anderem bei der Evakuierung der Bevölkerung. Zusätzlich war der Arbeiter-Samariter-Bund im Einsatz.

Einsatz dürfte zumindest über Nacht dauern
Eine rasche Entwarnung war am Freitagabend nicht zu erwarten. Die Einsatzkräfte arbeiteten weiter an der Eindämmung des Feuers. Nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos sollten die Löscharbeiten zumindest bis Samstagfrüh fortgesetzt werden. Das genaue Ausmaß der betroffenen Fläche war zunächst noch nicht abschließend festgestellt.

Für die Feuerwehr bedeutet der neuerliche Großbrand eine enorme Belastung: Erst am Sonntag, 9. August, war nach einem fünftägigen Einsatz im Föhrenwald „Brand aus“ gegeben worden. Bei diesem Feuer waren rund 100 Hektar Waldgebiet betroffen. Hunderte Feuerwehrleute hatten über Tage Glutnester aufgespürt und teilweise in mühsamer Handarbeit geöffnet und abgelöscht.

Auch mehrere Hubschrauber waren eingesetzt worden. Sechs Feuerwehrmitglieder wurden bei diesem Einsatz verletzt – drei erlitten Verbrennungen, drei Rauchgasvergiftungen.

Als Ursache des Brandes der Vorwoche wurden Munitionsteile genannt. Das Gebiet des nun am 14. August ausgebrochenen Feuers ist nach Angaben der Feuerwehr jedoch ein anderes. Für den neuerlichen Brand lag am Freitagabend noch keine bestätigte Ursache vor.
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