Kurioser Zwist um ‚falsche Streifen‘
Schlitters (Tirol): Zuletzt wurde ja über besondere Helme und Flammenbilder auf den Fahrzeugen diskutiert, jetzt sind es die Streifen – für Außenstehende ein recht kurioser Zwist. Am Samstagvormittag, 27. November 2004, fand in Fügen die Atemschutz-Leistungsprüfung für alle Feuerwehren des Bezirks Schwaz statt. 45 Feuerwehren stellten sich der Herausforderung. Alle Feuerwehrleute in den genormten Feuerwehrjacken mit den silbernen Leuchtstreifen.
Zeitgleich war in Schlitters Großputz angesagt. Der neue Tanklöschwagen wird auf Hochglanz gebracht. Gerne wären auch die Schlitterer bei der Atemschutz-Leistungsprüfung dabei gewesen. Doch die Schlitterer haben die falsche Einsatzjacke mit gelben Leuchtstreifen und durften deshalb nicht mitmachen, erklärt Johann Steinberger, Bez.-Feuerwehrkommandant von Schwaz. Die Schlitterer hielten sich nicht an die Norm, so lauten halt die Vorschriften, heißt es im Verband.
Bei Einsätzen, so wie vor wenigen Tagen in Fügen, tut es nichts zur Sache, ob weiße oder gelbe Streifen. Den Geretteten dürfte es egal sein, in welcher Einsatzjacke die Feuerwehrleute ausrücken. Abgesehen davon, handelt es sich bei der Schlitterer Jacke und ein englischen Modell, das auf der ganzen Welt im Feuerwehr-Einsatz verwendet wird. Nur im Bezirk Schwaz stößt diese Bristol-Jacke auf Unverständnis.
In Schlitters will man mit diesem Thema ungern an die Öffentlichkeit. Der Bürgermeister erklärte jedoch, dass er diesen Uniformenstreit eigentlich nicht verstehe und in Zeiten der EU wirklich für überflüssig halte. Doch da machen der Bürgermeister und seine Feuerwehr die Rechnung ohne den Bezirksfeuerwehrverband. In anderen Bezirken finden derartige Bristol-Einsatzjacken vielfach Verwendung – auch in anderen Bundesländern.
In Tirol gehen die Feuerwehruhren eben etwas anders, eigentlich nichts Neues.
