175 Tote und mehr als 400 Verletzte bei Disko-Feuer!
Argentinien: Bei einem Feuer in einem überfüllten Nachtclub in Buenos Aires sind nach Polizeiangaben mindestens 175 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 400 Menschen seien verletzt worden, hieß es am Freitag, dem 31. Dezember 2004, Der Brand soll durch eine Feuerwerksrakete ausgelöst worden sein.
Der Brand habe sich gegen Mitternacht ereignet – zu diesem Zeitpunkt hätten sich rund 2.000 junge Leute im ‚Republica Cromagnon‘ aufgehalten. Argentinische Medien sprechen sogar von 6.000 Gästen.
Augenzeugen berichteten, einer der Gäste habe während des Live-Konzerts in der Diskothek einen Feuerwerkskörper gezündet und dieser habe die mit Schaumstoff isolierte Decke der Diskothek in Brand gesetzt. Darauf hin sei unter den Besuchern Panik ausgebrochen. Viele seien durch das Einatmen des Rauches ohnmächtig geworden.
Nach Polizeiangaben konnte das Feuer rasch gelöscht werden, die Bergungsarbeiten dauerten jedoch anschließend weiter an. Auf Fernsehbildern waren Rettungskräfte zu sehen, die die Opfer auf Tragen aus dem Gebäude brachten. Die Besucher waren in dickem Rauch gefangen, da mehrere Türen verschlossen und nach Angaben der Behörden auch der Notausgang verriegelt war. Die meisten Opfer starben offenbar an Rauchvergiftung.
Innenminister Anibal Fernandez sagte, vier der sechs Türen der Nachtclubs seien verriegelt gewesen, wodurch die Zahl der Opfer möglicherweise höher ausgefallen sei. Bürgermeister Anibal Ibarra sagte, offenbar sei der Notausgang verriegelt worden, um einen unentgeltlichen Zutritt von Gästen zu verhindern.
Vor dem Club lagen Leichen der jungendlichen Besucher. Zahlreiche Eltern eilten zum Ort des Geschehens, um nach ihren Söhnen und Töchtern zu suchen. Die Verletzten wurden in 14 Krankenhäuser der Stadt gebracht.
Im Morgengrauen waren noch rund sechshundert Ärzte, Sanitäter und freiwillige Helfer im Einsatz, um die Toten und Verletzten zu bergen, wie das Gesundheitsamt mitteilte. Rettungskräfte fuhren demnach mit 40 Krankenwagen zwischen dem Nachtklub und mehreren Krankenhäusern hin und her, wo die Opfer versorgt wurden. Zunächst war von 153 Toten die Rede gewesen. Es handelte sich um eine der schlimmsten Brandkatastrophen in der Geschichte des Landes.
In Lateinamerika hat es in der Vergangenheit immer wieder große Feuer-Unglücke gegeben. Im August waren bei einem Brand in einem Supermarkt in Paraguay fast 400 Menschen ums Leben gekommen. Den Ladenbesitzern wurde vorgeworfen, nach dem Ausbruch des Feuers die Türen verriegelt zu haben, um Plünderungen zu verhindern. Zahlreiche Brände sind durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden.
Vor drei Jahren starben etwa bei einem Feuer in einer Geschäftszeile in der peruanischen Hauptstadt Lima mehr als 300 Menschen. Der Brand war in einem Geschäft für Feuerwerkskörper ausgebrochen.
