Brand

Wien: Schutzstufe II-Einsatz und chem. Reaktionen bei Kellerbrand (18. Bezirk)

Wien (18. Bezirk): Um 12.29 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr Wien am 24. Februar 2008 zu einem Brand in der Anastasius-Grün-Straße alarmiert. Im Keller eines Hauses waren zu Mittag Entrümpelungsarbeiten durchgeführt worden.

Dabei kam es zu einer Rauchentwicklung mit vorerst unbekanntem Ursprung. Die Entrümpelungsfirma verließ das Haus etwa eine halbe Stunde vor Alarmierung. Von einem Hausbewohner wurde ein Kellerbrand angezeigt. Im Zuge der Erkundung unter Atemschutz wurde ein ehemaliger Einbringschacht, welcher mit diversen Laborgegenständen, Chemikaliengläser und Kunststoffkanistern gefüllt war, und aus dem es heraus rauchte, aufgefunden.

Wegen der Gefährdung durch unbekannte Chemikalien wurden die weiteren Arbeiten unter Schutzstufe 2 durchgeführt. Im Schacht wurden einige zerbrochene Glasbehälter sowie angeschmolzene Kunststoffbehälter festgestellt. Beim Ausräumen kam es kurzfristig zu einer Metallbrandentwicklung, die chemischen Reaktionen zeigten mäßige Rauchentwicklung. Der Schachtdeckel konnte erst nach gewaltsamen Entfernen eines Vorhängeschlosses entfernt werden. Zum Ausräumen musste die Schachtwand zum Keller ca. 1/4 m2 Ziegel entfernt werden, nach Beendigung der Arbeiten Schacht mittels vorhandenen Deckel wieder verschlossen.

Messungen durch das UMF/DO ergaben Dämpfe von Salpetersäure stammend sowie Nitrosegase im geringen Umfang. Die Messungen und die chemischen Analysen wurden von einem Feuerwehrchemiker gemeinsam mit dem UMF/DO durchgeführt. Die aus dem Schacht entfernten Laborgegenstände wurden in zwei Einwegbehältern mit angesetzter Lauge neutralisiert. Die Behälter wurden verschlossen, gekennzeichnet und am Grundstück belassen.

Der Schacht und der Keller im Bereich der Schachtöffnung wurde ebenfalls mit angesetzter Waschlauge gereinigt und freigemessen. Der Keller wurde mittels Ringlüfter gelüftet, nachdem die abschließenden Messungen keinerlei Gaskonzentrationen mehr nachweisen konnten. Nach denn Infos her befand sich im Keller bis 1945 ein Labor eines Heizungstechnikers, einer der früheren Bewohner war Biologe.

Einsatzende: 15.31 Uhr.

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