Übungen

Oö: Eisrettungsübung in Fraham

Fraham (Oö): Zurzeit sind wieder zahlreiche Menschen auf den heimischen Gewässern unterwegs, um sich dort wieder im Zuge der verschiedenen Wintersportarten wie Eisstockschießen, Eislaufen etc. zu vergnügen.

Diese Tatsache nahm die 1. und 2. Gruppe der FF Fraham (Bez. Eferding) am 10. Januar 2009 wahr, um in einer Schottergrube sich mit dem Gedanken über eine Eisrettung erstmals in der Wehr auseinander zusetzen. Es macht „Knacks“, dann brach der Mann auf der Eisfläche beim Kieswerk Klapfenböck in Fraham ein. Zum Glück nur eine Übung und der „Eisläufer“ ein echter Profi, der Feuerwehrtaucher Markus Unter von der FF Alkoven, der in einem dicken Neoprenanzug eingepackt, und durch eine Leine zusätzlich gesichert war. Diese Übung wurde 3-mal durchgespielt und die Rettungsmöglichkeit immer wieder geändert.

Durchführung der 1.Rettung:
Die eingebrochene Person war ca. 20 Meter vom Ufer entfernt. Die Strategie des Einsatzleiters war klar. Ein Feuerwehrmann wurde abgestellt und sollte sich bis auf ca. 5 Meter dem Eingebrochenen nähern, um ihm in ein Gespräch zu verwickeln. Einem anderen Feuerwehrmann wurde befohlen gleich eine Rettungsleine dem Verunglückten zuzuwerfen. Die TLF Besatzung wurde beauftragt mit der Steckleiter die Form eines V zu konstruieren, und am oberen Ende das Ganze mit einem 1,5 Meter langen Pfosten zu verbinden. Die Besatzung des KLF übernahm das Sichern der 2 Kameraden, die den Verunglückten bergen sollten, sowie das Sichern der Leiter mit Hilfe von Arbeitsleinen. Dann gab es den Befehl an die Bruchkante vorzurücken, die Person aus dem Wasser zu ziehen und mit vereinten Kräften das ganze „Paket“ zum rettenden Ufer zu bringen.

Resümee: Der Aufbau der Konstruktion würde im Ernstfall zu lange Dauern (geschätzt sicher 4-5 Minuten), es würde damit zu viele wertvolle Zeit verloren gehen. Weiters wurde auch vergessen den Feuerwehrmann zu Sichern, der abgestellt wurde, um den Verunglückten psychologisch zu betreuen. Als leichter stellte sich man auch das Zuwerfen der Rettungsleine vor, es waren nämlich mehrere Versuche notwendig, bis der Verunglückte das Seil greifen konnte.

Durchführung der 2.Rettung:
Diesmal wurden nur die 4 Teile der Steckleiter zusammengesteckt, die Leiter und die beiden Kameraden mit Leinen gesichert. Dann gab es wiederum den Befehl an die Bruchkante vorzurücken, (diesmal wurde die Leiter über das eingebrochene Loch geschoben) die Person aus dem Wasser zu ziehen, und mit vereinten Kräften das ganze „Paket“ wieder zum rettenden Ufer zu ziehen.

Resümee: Das Zusammenstecken der Steckleiter ging sehr schnell. Weiters hat diese Methode auch den großen Vorteil, dass das Gewicht über die ganze Steckleiter verteilt war. Bei der ersten Rettungsmethode hat man das ganze Gewicht auf den 1,5 Meter langen Pfosten.

Als 3.Rettungsmöglichkeit wurde dann noch von den Alkovener Feuerwehrmänner ein sogenannter Eisretter vorgestellt. Mit seinem einzigartigen kleinem Packmaß und dem geringen Gewicht, garantiert es eine schnelle Verfügbarkeit an allen Einsatzorten. Die Handhabung und schnelle Füllung mittels Pressluftflasche ist vom Einsatzpersonal ganz einfach zu bedienen. Der Eisretter kann im Prinzip von 2 Mann bedient werden.

Fazit: Wenn man bedenkt wie viel Zeit vergeht von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort (in diesem Pflichtbereich ca. 8 Minuten) dann bleiben für eine effiziente Bergung nur mehr wenige Augenblicke. Denn laut gelesener Fachliteratur sagt man, dass beim Einbrechen im Eis, es zwei kritische Situationen gibt. „Zunächst setzt nach etwa 10 Sekunden ein Einatmungsreflex ein. Wer zu diesem Zeitpunkt noch unter Wasser ist, kommt nicht mehr hoch“. Und nach ca. 10 Minuten fangen die Muskeln im eiskalten Wasser zu Krampfen an, und der Mensch stirbt daran. Zum Abschluss möchte sich die Feuerwehr Fraham noch bei Wieshofer Christian und Unter Markus von der FF Alkoven für die Teilnahme und Gestaltung an der sehr lehreichen Übung bedanken.

Man kann hoffen, dass sich jeder der bei der Übung mit dabei war, das eine oder andere daraus mitgenommen hat, und bei den nächsten Alarmstichworten „Person im Eis eingebrochen“ ein wenig an das Geübte und Gesehene zurückerinnert. Auch als Privatperson kann man sich darüber Gedanken machen wie ich reagieren würde wenn vor meinen Augen eine Person im Eis einbricht.

Freiw. Feuerwehr Fraham
Freiw. Feuerwehr Alkoven

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