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Stmk: Konflikt zwischen Feuerwehr und Landesverband um neues Löschfahrzeug

Hartberg (Stmk): Wegen eines nicht genehmigten Löschfahrzeuges hat sich die Feuerwehr Hartberg mit dem Landesverband total zerkracht. Es hagelt harte Worte, ein Krisengipfel soll die Situation retten.

Ein schwerer Konflikt um die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges lodert zwischen der Feuerwehr Hartberg und dem steirischen Landesfeuerwehrverband. Die städtischen Brandbekämpfer möchten ihr 28 Jahre altes Tanklöschfahrzeug durch ein größeres und – wie sie betonen – zweckmäßigeres ersetzen, der Verband steht auf der Bremse und verweist auf die Förderrichtlinien. „Daran müssen wir uns alle halten“, sagt Landeskommandant Albert Kern. Doch in Hartberg gärt es. Der Verband wolle die Wehr zu einer minderwertigen Fahrzeuglösung zwingen, kritisiert Vize-Kommandant Christian Schuller. „Aber wer billig kauft, kauft teuer.“ Das Fahrzeug müsse schließlich 25 Jahre lang halten. Kein gutes Haar lässt Schuller an Kern, der jüngst beim Feuerwehrtag in St. Jakob (wir berichteten) massive Kritik aus Hartberg zu hören bekam: Kern habe offenkundig „ein Problem“ mit Hartberg, verzögere die Bearbeitung von Ansuchen, spare am falschen Ort. „Der größte Gegner der Feuerwehr ist unser oberster Vertreter, den wir auch noch bezahlen müssen“, poltert er.

Fahrzeugwunsch „jenseits des Machbaren“
Der steirische Feuerwehrboss reagiert empört. Der Fahrzeugwunsch der Hartberger sei oberste Liga und liege weit jenseits des Machbaren. Der Wagen koste 600.000 Euro. „Es kommt mir vor, wie wenn ein paar Buben um jeden Preis das größte Spielzeugauto haben wollen.“ Die Kritik der Verzögerung weist er zurück: Es gebe ein mit Hartberg fertig ausgearbeitetes Fahrzeugkonzept, von dem die neue Wehrführung nichts mehr wissen wolle. Zur Beilegung des Streits wurde ein Krisengipfel angesetzt. Mit dabei sein wird auch Bürgermeister Karl Pack, der das Anliegen „seiner“ Feuerwehr unterstützt. Jede Wehr wisse selbst am besten, was sie brauche, meint er. Mit dem Hartberger Kommando will sich Kern allerdings nicht an einen Tisch setzen. „Diese Ebene der Polemik ist nicht meine.“

Hartberg droht, Stützpunkt aufzugeben
Doch der Konflikt hat sich inzwischen ausgeweitet. Denn die Feuerwehr Hartberg erwägt nun, die vor 25 Jahren installierte Stützpunktausrüstung für gefährliche Stoffe aufzugeben, wie Schuller bestätigt. „Das ist personell kaum mehr zu stemmen.“ Kern erblickt darin eine Trotzreaktion wegen des Löschwagens. „Dauernd wird gedroht. Das ist kindisch.“ Falle der vom Landesverband bestückte Stützpunkt für gefährliche Stoffe weg, würde dies das steirische Konzept dahinter zerstören, warnt er. „Was soll das? Müssen wir dann auch die Drehleiter und das schwere Rüstfahrzeug als Stützpunktleistung infrage stellen?“ Zwischen den Fronten steht Bereichskommandant Johann Hönigschnabl. Er hoffe auf eine gemeinsame Lösung, sagt er.

Ohne Bedarf
Aber die Gemeinde rüstet auch bereits auf. Bleibe der Verband hart, werde man womöglich auf die Landesförderung verzichten und über andere Finanzierungsmethoden reden müssen, deutet Pack an. Kern schüttelt darüber den Kopf. „Wenn man unbedingt 200.000 Euro ohne Bedarf ausgeben will …“

Kleine Zeitung

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