Deutschland: Walsroder Feuerwehrmitglieder schnupperten schwedische Feuerwehrluft

WALSRODE (DEUTSCHLAND): Vom 21. – 24. Mai 2015 fand bereits zum dritten Mal eine Schwedentour mehrerer Mitglieder der Ortsfeuerwehr Walsrode statt. Die 11 Teilnehmer dieser privat organisierten Reise machten sich in der Nacht zum Donnerstag auf den Weg nach Unnaryd, Nahe Ljungby in Smaland.

Die Anreise dauerte insgesamt acht Stunden, gegen Mittag fand die Hausübergabe durch den Vermieter statt. Dann hieß es – Wagen ausräumen und Zimmer beziehen. Nach dem ersten Besuch des Sees Unnen und einer damit verbundenen Bootstour, wurde am Abend gegrillt und der Whirpool ausprobiert. Natürlich wurden auch diverse Spiele, wie Schwedenschach, gespielt.

Feuerwache Ljungby
Am Samstag fand ein Besuch bei der Feuerwache Ljungby statt. Ljungby ist von der Größe her mit Walsrode vergleichbar, verfügt aber, wie in Schweden üblich, über eine Berufsfeuerwehr. Die Wachstärke beträgt lediglich fünf Einsatzkräfte, diese werden bei Bedarf über das ebenfalls in Schweden übliche System "bezahlte Freiwillige Feuerwehrleute" ergänzt. Dadurch kommen an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr nochmals fünf zusätzliche Feuerwehrleute im Einsatzfall zusammen. Die nächste Wache ist rund 40 Kilometer entfernt, sollte es also zu einem größeren Einsatz kommen, dauert es einige Zeit, bis die Verstärkung da ist. Dann ist es wie bei John Wayne; man muss allein klar kommen. Besonders stolz waren die Kameraden aus Ljungby auf ihr drei Monate altes Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) auf Scania Fahrgestell. Es ist das erste dieser Art in ganz Schweden und erfüllt die neuesten Bestimmungen. So ist z.B. kein Atemschutzgerät mehr im Innenraum verlastet. Aus Unfallverhütungs- und Hygienegründen, wie der Wachabteilungsleiter sagte.
 
Fahrzeuge
Ansonsten gibt es ein weiteres HLF für die nebenberuflichen Freiwilligen Feuerwehrleute, zwei Wechselladerfahrzeuge mit Abrollbehälter Tank (10000 Liter Wasser), einen Unimog als Wechselladerfahrzeug für die Waldgegenden, ein Quad mit Anhänger und ein Boot auf Trailer für die zahlreichen Seen. Um aus den Seen Wasser ansaugen zu können, werden Pumpen auf Anhängern verwendet. Als Einsatzleitwagen (ELW) werden ein VW-Amarok und ein Volvo XC 70 verwendet. Auf der Wache wird ebenfalls ein Wechselladercontainer Massenanfall von Verletzten und zu betreuenden Personen (ManV) für ganz Südschweden vorgehalten, dazu zwei Container speziell für die Waldbrandbekämpfung und zwei Transportcontainer für die Hägglundfahrzeuge (geländegängige Kettenfahrzeuge). Der Radlader kann z.B. beim Schneeschieben eingesetzt werden, den Fahrzeugpark runden noch mehrere Kleinfahrzeuge ab.

Für die Ausbildung steht ein ausgebautes Gebäude mit einer Atemschutzübungsstrecke zur Verfügung, diese gliedert sich in die drei Bereiche Orientierung/Hindernisse, Raumdurchsuchung und Brandsimulation. Die Strecke der Orientierung wurde durch mehrere Kameraden gleich getestet, allerdings aus Sicherheitsgründen ohne Verrauchung und Atemschutzgeräte.

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