Oö: Neues 18-t-Rüstlöschfahrzeug (RLF-A 2000) mit langem Radstand für die Feuerwehr Haag am Hausruck

In der Gemeinderatssitzung vom 14. November 2013 wurde der Finanzierungsplan beschlossen, seitens der Feuerwehr wurde ein Fahrzeugausschuss gebildet, welcher sich mit sämtlichen Vorbereitungsarbeiten inklusive Erstellung der europaweiten Ausschreibung beschäftigte. Die Veröffentlichung der Ausschreibung erfolgte im Frühjahr 2014 und am 12. Juni 2014 beschloss der Gemeinderat den Ankauf bei der Firma Rosenbauer. Die Lieferung und Übergabe des Fahrzeuges erfolgte am 8. Juli 2015 und die Segnung fand am 5. September 2015 statt.

18 Tonnen, 4.200 mm
Da es wie überall, auch bei den Feuerwehren, immer schwieriger wird Personal zu finden und die Arbeit nicht weniger sondern immer mehr wird, muss dieses Manko durch moderne Technik ergänzt werden." Darum haben wir uns für die Fahrzeuglänge von 4.200 mm und ein 18-to Fahrgestell entschieden", so die Feuerwehr. Mehr Ausrüstung findet so Platz, auch im Hinblick auf künftige Erweiterungen.
Das Fahrzeug kann also in den nächsten 25 Jahren, die es im Einsatz stehen wird, noch wachsen. Im Einsatzfall muss die Besatzung von sieben Personen das Einsatzszenario selbstständig abarbeiten können. Die umfangreiche Beladung ermöglicht die Abhandlung von Technischen- und Brandeinsätzen. Sämtliche Ausrüstung wurde nach einsatztaktischen und ergonomischen Gesichtspunkten untergebracht und gelagert. Das vom OÖ Landesfeuerwehrverband vorgegebene Einsatzgewicht von 15-to konnte eingehalten werden. Die Beladung entspricht den Vorgaben der Baurichtlinie und wurde um für den Pflichtbereich erforderliche Bedarfsausrüstung ergänzt.

Fahrgestell

Als Fahrgestell wurde ein MAN TGM 18.290 | 4.200 | 4×4 gewählt. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 290 PS Dieselmotor der die EURO5 Norm ohne AdBlue Zusatz erfüllt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein automatisiertes Schaltgetriebe mit Feuerwehrfahrmodus. Das Fahrzeug verfügt über Trommelbremsen an Vorder- und Hinterachse und einen permanentem Allradantrieb.

Aufbau

Rosenbauer hat den Aufbau in selbsttragender und verwindungssteifer Alu- und Spantenbauweise, mit der Bezeichnung AT3, realisiert. Mannschaftsraum und Geräteräume bilden eine Einheit. Das Fahrzeug ist mit der Rosenbauer CAN-BUS Steuerung LCS ausgestattet. Bedienteile sind zwischen Fahrer- und Beifahrersitz und am Pumpenbedienstand am Heck angeordnet. Im Fahrerraum werden auch die Bilder der eingebauten Rückfahrkamera angezeigt. Eine Besonderheit ist die Anordnung der Sitze im Mannschaftsraum. Fünf Sitze sind vorgesehen, davon zwei mit Pressluftatmerhalterung gegen die Fahrtrichtung und ein Sitz mit Halterung in Fahrtrichtung. Somit soll den Atemschutzgeräteträgern ein leichteres anlegen des Atemschutzgerätes ermöglicht werden. Zwischen den beiden Sitzen die entgegen der Fahrtrichtung eingebaut sind, wurde ein Action-Tower situiert. Darin ist Ausrüstung, wie zB die Wärmebildkamera gelagert, die von der Mannschaft sofort beim Eintreffen am Einsatzort benötigt wird.

Am Dach wurden zwei geräumige Alukisten aufgebaut. Darin wird nicht so oft benötigte Ausrüstung, wie beispielsweise Säureschutzanzüge, gelagert. Am Dach ist auch der Wasserwerfer Rosenbauer RM24 gelagert. In den vom Verkehr abgewandten Geräteräumen ist beifahrerseitig jene Ausrüstung untergebracht, die häufig bei Einsätzen nach Unfällen benötigt wird. Somit wird die Sicherheit der eingesetzten Mannschaft erhöht. Als Seilwinde wurde die Rotzler Treibmatic TR030 Fire 2-Gang ausgewählt, mit diesem Fabrikat haben wir auch bei unserem vorhandenen Fahrzeug die besten Erfahrungen gemacht. Sie hat eine Zugleistung von 50 kN.


Sicherheit, Elektrik und Beleuchtung

Für sämtliche Beleuchtung wurden ausschließlich LED-Leuchten verbaut, ebenso für die gesamte Sondersignalanlage. Zur besseren Erkennung im Kreuzungsbereich wurden im Einstiegsbereich des Fahrerhauses ebenfalls LED-Blitzer eingebaut. Am Heck ist eine Verkehrsleiteinrichtung integriert, verschiedene Warnhinweise können für den nachfolgenden Verkehr eingeblendet werden. Der dreh- und schwenkbare Lichtmast wurde in kombinierter Form gestaltet, neben Halogenflutern wurden auch LED-Scheinwerfer eingebaut. Der Lichtmast kann sowohl mit 230V als auch mit der Bordspannung von 24V betrieben werden. Unsere Recherchen haben ergeben, dass ein kombiniertes LED und Halogen Licht den besten Kontrast bei nächtlichen Einsätzen bringt. Am Lichtmast wurde die Vorsehung für die Montage eines noch zu beschaffenden Leuchtballons ausgeführt. Die Steuerung sämtlicher Beleuchtung und der Signalanlage erfolgt über das LCS CAN-BUS System. Die Stromversorgung erfolgt über einen Stromgenerator Rosenbauer RS14. Das Fahrzeug wurde wegen der besseren Sichtbarkeit mit reflektierender weißer Folie beklebt. Am Heck wurde die Beklebung in den Farben gelb/rot ausgeführt.

Löschsysteme
Neben einem 2.000 Liter Wassertank ist auch ein Schaummitteltank verbaut in welchem Schaummittel CLASS-A und AFFF gelagert wird. Diese Schaummittelarten müssen für Betriebe im Pflichtbereich vorgehalten werden. Als Feuerlöschpumpe wurde eine Normaldruckpumpe Rosenbauer N35 mit einer Leistung von 3.500 l/min bei 10 bar gewählt. Auf Grund der Weiterentwicklung der modernen Hohlstrahlrohre konnten wir auf den Hochdruckteil der Pumpenanlage bewusst verzichten. Als zusätzliches Löschsystem wurde ein Schaum-Druckzumischsystem Rosenbauer DIGIMATIC 22 verbaut. Dieses hat den Vorteil, Schaummittel in geringer Dosierung als Netzmittel dem Löschwasser zusetzen zu können. Somit können Schäden durch Löschwasser minimiert werden. Weiters ermöglicht die DIGIMATIC den einsatztaktischen Vorteil, gleichzeitig Schaum und Wasser abgeben zu können. In die Pumpe integriert ist das Rosenbauer Schaumvormischsystem FIXMIX, welches eine fix eingestellte Zumischrate von 3% ermöglicht. Es wird dann an allen Pumpenabgängen Schaum abgegeben. Die Bedienung erfolgt mittels LCS-Steuerung vom Pumpenbedienstand am Heck. Die eingebaute Schlauchhaspel wurde mit 60 Meter Schlauch und einem C-Hohlstrahlrohr bestückt, die Schlauchaufwicklung erfolgt elektrisch. Für den Innenangriff wurden zwei C-Schlauchtragekörbe untergebracht, einer davon ist mit einem mobilen Rauchverschluss versehen. Für den Angriffstrupp wurde ein zusätzliches C-Schlauchpaket mit angebautem C-Hohlstrahlrohr vorgesehen. Sämtliche Strahlrohre wurden als Hohlstrahlrohre ausgeführt.

Sonstiges
Zusätzlich zu den schriftlichen Einsatzunterlagen wurde neben dem Beifahrersitz ein Einsatztablet verbaut. Sämtliche einsatzrelevanten Daten sind darauf gespeichert und unterstützen den Einsatzleiter bei seinen Entscheidungen.

Für die Personenrettung stehen eine Schleifkorbtrage und ein Spineboard bereit.
Als Hochleistungslüfter wurde ein elektrisch betriebener Rosenbauer Fanergy E16 mit Ex-Schutz gewählt.
Für Schachtrettungen kann die auf der Dachkiste montierte Steckleiter mit einem Verbindungsteil versehen werden.

 
Technische Daten
          
Chassis:          

  • Fahrgestell: MAN TGM 18.290 / Radstand 4.200 mm / 4×4
  • Getriebe: Automatisierte Getriebe mit Feuerwehrmodus
  • Aufbau: Rosenbauer AT3

           
Abmessungen und Gewicht:          

  • Einsatzgewicht: 15.000 kg
  • Länge: 7.900 mm
  • Breite: 2.500 mm
  • Höhe: 3.400 mm

           
Inhalte:          

  • Wassertank: 2.000 ltr.
  • Schaumtank 1: 50 ltr. Schaummittel Class A
  • Schaumtank 2: 50 ltr. AFFF Wasserfilmbildendes Schaummittel
  • Dieseltank: 130 ltr.

           
Löschsysteme:          

  • Normaldruckpumpe Rosenbauer N35 > nur Normaldruck, KEIN Hochdruck !!
  • Schaum-Druckzumischanlage Rosenbauer Digimatic 22
  • Schaumvormischsystem Rosenbauer FIXMIX
  • Dachmonitor Rosenbauer RM24

           
Aggregate:          

  • Seilwinde Rotzler TR030 Fire 2-Gang
  • Stromerzeuger Rosenbauer RS14
  • Hydraulisches Rettungsgerät Weber Rescue Rettungsschere RSX200 mit Rettungsspreitzer SP49

* Lichtmast LED mit Halogen kombiniert
         
Besatzung: 1 Fahrer + 6 Mannschaft [davon 2 Pressluftatmerhalter gegen Fahrtrichtung und 1 Pressluftatmerhalter in Fahrtrichtung]

Freiw. Feuerwehr Haag am Hausruck

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