Oö: Deutsche Zivilschutzdebatte → mehr Eigenverantwortung und Selbstschutz als Auftrag an oö. Bevölkerung

OBERÖSTERREICH: Eigenverantwortung und Selbstschutz: Ein ständiger Auftrag an die Bevölkerung / OÖ-Zivilschutzpräsident NR Michael Hammer: „Wir brauchen nicht mehr staatlichen Zwang, sondern Stärkung der Eigenverantwortung und des Selbstschutzes!“

Zur aktuellen Debatte über ein neues Zivilschutz-Konzept, welches die deutsche Bundesregierung am kommenden Mittwoch beschließen will, meldet sich auch der Präsident des Oö. Zivilschutzverbandes Nationalrat Michael Hammer zu Wort. „Zivilschutz hat in Österreich eine hohe Bedeutung und ist auch gesetzlich festgeschrieben. Wir brauchen in Österreich nicht mehr staatlichen Zwang, sondern eine Stärkung der Eigenverantwortung und des Selbstschutzes. Eine noch stärkere Unterstützung der Zivilschutzarbeit ist aber jedenfalls wünschenswert!“, so Hammer.

Zivilschutz als wichtige Aufgabe
Das Sicherheitswesen ist in Österreich grundsätzlich auf drei Säulen aufgebaut. Zum einen sind dies die gesetzlichen Vorgaben und Verordnungen (Behörden). Zum anderen das starke Netz der Einsatzorganisationen wie Feuerwehr, Polizei,  Rettungsorganisationen und Österreichisches Bundesheer. Die Einsatzorganisationen haben in Österreich durch die vielen Ehrenamtlichen eine besondere Bedeutung und einen hohen Stellenwert. Die Dritte Säule ist der Zivilschutz, der die Eigenvorsorge und den Selbstschutz der Bürgerinnen und Bürger fördert.
Die Zivilschutzverbände in den einzelnen Bundesländern sind in der Sicherheitsprävention tätig und führen die Aufgaben im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres und der jeweiligen Landesregierung aus.

Haushalte wenig auf Krisen vorbereitet
„Wir müssen die Bürger dahingehend permanent sensibilisieren, dass immer ein Krisenfall eintreffen kann und sich jeder selbst bestmöglich darauf vorbereiten muss.“ sagt OÖ Zivilschutz-Präsident Mag. Michael Hammer. „Ganz egal ob Naturereignisse, wie die Starkregenfälle und Hochwässer im heurigen Jahr, Reaktorkatastrophen, ein längerfristiger, großflächiger Stromausfall (Blackout), die Sicherheit im Straßenverkehr und im eigenen Haushalt – die Förderung des Selbstschutzgedankens und das damit verbundene  ständige Bewusstsein zur Eigenverantwortung steht immer im Vordergrund.“

Um die Schwerpunkte der Aktivitäten des OÖ Zivilschutzes stets an den Bedarf auszurichten, gab der Zivilschutz in den Jahren 2012 und 2015 eine Bevölkerungsbefragung in Auftrag. Laut der letzten IMAS-Studie fühlen sich nur 16 Prozent der Oberösterreicher persönlich zu Hause auf den Ernstfall sehr gut vorbereitet, weitere 56 Prozent einigermaßen. Somit äußert rund ein Viertel der OÖ Bevölkerung (26%) explizit die Befürchtung, nicht besonders bzw. überhaupt nicht gut für den Notfall einer Katastrophe gewappnet zu sein.
Insgesamt misst die OÖ Bevölkerung Informationen rund um die Bewältigung von Katastrophen wie Hochwasser, Sturm, usw. eine große Bedeutung bei: Zwei Drittel der Oberösterreicher (68%) erachten derartige Auskünfte als sehr und weitere 28 Prozent als einigermaßen wichtig.

Netzwerk „Sicheres Oberösterreich – Netzwerk für Sicherheit und Zivilschutz“
Aus dieser Erkenntnis heraus wurde auf Initiative des Oö. Zivilschutzes im Jahr 2013 das Netzwerk „Sicheres Oberösterreich – Netzwerk für Sicherheit und Zivilschutz“ gegründet, welches aus sämtlichen Organisationen und Behörden, die im Katastrophenschutzbereich tätig sind besteht. Das Netzwerk ist eine Zusammenarbeit zwischen den Blaulichtorganisationen, gemeinnützigen Rettungsorganisationen und Vereinen, weiteren Dienstleistungsanbietern sowie dem Landesschulrat OÖ und dem Land Oberösterreich. Insgesamt 14 Sicherheitsorganisationen sind bisher daran beteiligt, weitere sollen folgen.
Jeder ist sich selbst der Nächste: Leitgedanke des Netzwerkes ist die Unterstützung der Wirksamkeit des Zivilschutzes in der Bevölkerung, jedem Bürger vor Augen zu führen, er sei der „erste Helfer in der Notsituation“. Neben der Eigenverantwortung und Stärkung der Eigenvorsorge in der Bevölkerung will das Netzwerk „Sicheres Oberösterreich“ auch den Wert der Arbeit und die Bedeutung der Sicherheitsorganisationen in der Bevölkerung hervorheben.

Bevorratung als Basis der Eigenvorsorge
Besonders wichtig ist die Lebensmittel- und Getränkebevorratung für den Krisenfall.  Dafür wurde eine Bevorratungstasche entwickelt, die sich ideal zum Lagern von Lebensmitteln eignet. Darauf befinden sich Hinweise zum richtigen Bevorraten, die Notrufnummern, die Zivilschutz-Sirenensignale, Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie Informationen zum richtigen Anwenden eines Feuerlöschers und zum richtigen Verhalten bei atomarer Verstrahlung.
Zudem ist der Hinweis auf die einmal im Jahr notwendige Kontrolle der Lebensmittel angebracht. Anlässlich des jährlich stattfindenden Zivilschutz-Probealarms wird als Überprüfungstag der erste Samstag im Oktober vorgeschlagen: „Unser Ziel ist, dass Oberösterreichs Bürger diesen als einen Zivilschutztag nutzen und ihren Haushalt einem Sicherheits-Stresstest unterziehen“ erklärt Zivilschutz-Präsident Mag. Michael Hammer.

Ein Notfallradio als Informationsquelle und eine Kurbellampe als Notbeleuchtung dürfen in einem krisensicheren Haushalt nicht fehlen. Im Zivilschutz-Shop, der über die Homepage www.zivilschutz-ooe.at erreichbar ist, kann ein batterieunabhängiges Notfallradio mit LED-Lampe erworben werden. Dort erhältlich sind auch die Zivilschutz-Bevorratungstasche sowie eine Notfall-Box mit allen wichtigen Hilfsmitteln für einen Katastrophenfall.

Zivilschutz-SMS ist wertvolle Ergänzung für Krisenkommunikation
Auch im Katastrophenmanagement unterstützt der OÖ Zivilschutz die Gemeinden: Mit dem Zivilschutz-SMS können die Bürgermeister als behördliche Einsatzleiter ihre Bürgerinnen und Bürger auf schnelle Weise wichtige Informationen zukommen lassen. Damit sind diese Nachrichten besonders vertrauenswürdig. Das Programm zum Versenden der Zivilschutz-SMS ist einfach zu bedienen und erleichtert die Katastrophenschutz-Stabsarbeit erheblich.
Entscheidend für die Nutzung ist die Anmeldung des Bürgers: Über www.zivilschutz-ooe.at“>www.zivilschutz-ooe.at informiert.

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