Nö: Silobrand in Sooß → Stickstoff zur Brandbekämpfung eingesetzt

Aufgrund weiterer eingehender Meldungen wurde von der Bezirksalarmzentrale Baden, wenige Minuten später, auf die zweithöchste Alarmstufe 3 erhöht und zusätzlich die Freiwilligen Feuerwehren Stadt Bad Vöslau, Gainfarn und Baden Weikersdorf alarmiert.

Lagefeststellung
Der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Sooß konnte gemeinsam mit dem Firmeninhaber folgende Lage erkunden. Es handelt sich um einen Schwelbrand in dem mit Hackschnitzel und Sägespänen befüllten Silo. Der 27 Meter hohe Siloturm steht in der Mitte eines Zimmereibetriebes. Er ist von allen Seiten umbaut und im Kellerbereich an die Heizungsanlage angeschlossen. Laut Firmeninhaber befinden sich zurzeit gut 30 Tonnen Sägespäne und Hackschnitzel im Silo. Im oberen Bereich war eine deutliche Rauchentwicklung feststellbar.

Erstmaßnahme
Als Erstmaßnahme wurden der Betrieb geräumt und die Drehleiter der Feuerwehr Bad Vöslau in Stellung gebracht. Ein direktes löschen mit Wasser war nicht möglich, da die Sägespäne rasch aufquellen würden und eventuell sogar den Silo durch den seitlichen statischen Druck zerstören könnten. Schaum oder Netzmittel mussten ebenfalls aus diesem Grund ausgeschlossen werden. Es blieb nur die Inertisierung, vorzugsweise mit Stickstoff.

Spezialkräfte
Bis zum Eintreffen der Fachfirma wurde der Siloturm mit Hilfe der Drehleiter und Wasserwerfern von allen Seiten von außen mit Wasser gekühlt. Unterstützt mit Fernthermometer und mehrerer Wärmebildkameras wurde die Außentemperatur laufend im Auge behalten. Das dazu benötigte Löschwasser konnte von einem Hydranten im Ortsgebiet von Bad Vöslau über zwei Supermarktparkplätze, sowie einem Hydranten in Sooß sichergestellt werden. Gegen 18 Uhr begannen die Spezialkräfte mit dem Einbringen des Inertgases, dazu wurde die Stickstoffleitung an die dazu vorgesehene Festkupplung am Silo angeschlossen und der Stickstoff eingeleitet.

Die Maßnahme zeigte rasch Wirkung, die Außenwände kühlten ab, die Kühlung mit Wasser konnte damit eingestellt werden. Die sogenannte Inertisierung, also das Einbringen von Stickstoff, dauerte die ganze Nacht an. Mit der Drehleiter wurden immer wieder Erkundungsfahrten durchgeführt, Messungen mit einem Mehrgasmessgerät und der Wärmebildkamera durchgeführt.

Zur Stunde (25.04.2019, 09:00 Uhr) wird das weitere Vorgehen mit den Experten und der Einsatzleitung besprochen. Wann „Brand aus!“ gegeben werden kann und der Einsatz damit beendet wird kann noch nicht abgeschätzt werden. Insgesamt standen vorerst einmal 4 Freiwillige Feuerwehren, mehrere Polizeieinsatzkräfte und 1 RTW des Roten Kreuz Bad Vöslau mit 60 Mitgliedern im Einsatz.

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