Oö: Sturmtief Sabine vor allem im Inn- und Mühlviertel

OBERÖSTERREICH: Das Sturmtief „Sabine“ ist am Vormittag des 10. Februar 2020 in Österreich angekommen. Seit den frühen Vormittagsstunden des 10.02.2020 laufen die Telefone in der Landeswarnzentrale in Linz heiß.

Nach einer Warnung des ZAMG haben sich Oberösterreichs Feuerwehren für den Sturm “Sabine” gerüstet, der sich bereits in den frühen Morgenstunden mit lebhaftem Föhnwind angekündigt hat. In mehreren Bezirken Oberösterreichs ist das Sturmtief “Sabine” bereits angekommen.

Zahlreiche Haushalte in Schärding sind inzwischen ohne Strom, es wurden Windspitzen über 100 km/h gemessen. Speziell im Bereich Rohrbach und Umgebung wurden mehrere Sturmschäden gemeldet – von lahmgelegten Telefonnetzen bis zu abgedeckten Dächern. Auch in Urfahr-Umgebung hat “Sabine” schon gewütet. 

Facebook-Video aus Sarleinsbach

Sturm fegt Bäume in Sarleinsbach nieder

Im oberen Mühlviertel zog "Sabine" eine Schneise der Verwüstung, wie auf diesem Video aus Sarleinsbach zu sehen ist. Mehr über die Situation im Land: www.nachrichten.at/3224483

Gepostet von OÖNachrichten am Montag, 10. Februar 2020

200 Alarmierungen

Seit den frühen Morgenstunden hat die Landeswarnzentrale bereits knapp 200 Alarmierungen abgearbeitet. Gegen Mittag soll der Sturm wieder nachlassen, bereits am Vormittag waren 142 Feuerwehren mit 2.130 Einsatzkräften bei 555 Einsätzen aktiv.

Rettungswagen eingeschlossen

Einen besonderen Einsatz gab es in Piberbach im Bezirk Linz-Land: Ein Rettungswagen war vorm Sturm eingeschlossen worden, die Insassen mussten von der Feuerwehr freigeschnitten werden.

Stand per 10.44 Uhr des 10. Februar 2020

Personen aus Waldstück befreit

In Rainbach im Bezirk Schärding musste die Feuerwehr sechs Menschen aus einem Waldstück freischneiden. Sie waren mit ihren Fahrzeugen zwischen den umgestürzten Bäumen eingeschlossen.

Medizinische Notstromversorgung

Ebenfalls im Bereich Rainbach ist die Feuerwehr zu einer besonderen Notstromversorgung ausgerückt. Eine Frau, die über strombetriebene, medizinische Geräte versorgt wird, war auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen, da dort der Strom ausgefallen ist.

Laufende Einsätze um 11.05 Uhr des 10.02.2020 in Oö

Eingeschlossene Personen in 8 Pkw in Wald in Haslach

Per Notstromversorgung musste die Feuerwehr Haslach an der Mühl die Sirene aktivieren, um ihre Mitglieder um 09.05 Uhr alarmieren, da auch dort der Strom fehlt. Grund der Alarmierung waren mehrere eingeschlossene Pkw im Bereich der B38 zwischen Haslach und Rohrbach.
Die Straße war durch einige Bäume blockiert, sodass für die Personen in den Fahrzeugen akute Gefahr durch umstürzende Bäume bestand, da sie das Waldstück weder Richtung Haslach noch Richtung Rohrbach verlassen konnten. Die Straße wurde notdürftig geräumt, um den in Not geraten Personen das Verlassen des Gefahrenbereiches zu ermöglichen.
Die Insassen von acht Pkw konnten so gerettet werden.

30.000 Haushalte stromlos

Mehr als 30.000 Haushalte zwischen Braunau und Urfahr-Umgebung sind derzeit ohne Strom. Die meisten davon im Bezirk Rohrbach. Auch Linz trifft man erst Vorsichtsmaßnahmen, der Zoo beispielsweise bleibt vorerst geschlossen. Das berichtet der ORF.

Stürmisch auch am Dienstag

Das Sturmtief zieht von Deutschland aus über Österreich hinweg und wird auch am Dienstag noch über Österreich wüten. Speziell den Norden Oberösterreichs im Bereich Hausruckviertel und Braunau wird es besonders hart treffen.

Für die Nacht auf Dienstag werden erneut Windspitzen bis 100 km/h erwartet, erst am Mittwoch soll sich die Situation wieder beruhigen.

Einsätze in Oö per 13.05 Uhr des 10.2.2020.

Höchste Warnstufe aufgehoben

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik hat die am Vormittag ausgerufene höchste Warnstufe „rot“ wieder aufgehoben.Für Oberösterreich gilt noch die zweithöchste Warnstufe „orange“, die Windspitzen bis 100km/h vorhersagt.

Zweite Welle am Nachmittag

Nach einer kurzen Entlastung um die Mittagszeit traf Sturmtief Sabine am frühen Nachmittag noch einmal mit voller Wucht auf unser Bundesland. Quer durch die Bezirke der nördlichen Landeshälfte zog sich eine Spur der Verwüstung. Umgestürzte Bäume, abgedeckte Häuser und zerstörte Infrastruktur wie Verkehrswege und Stromversorgung waren nur einige Auswirkungen der bis zu 110 km/h starken Windböen.

Für die Feuerwehren im Bundesland bedeutete dies Großeinsatz: 260 Feuerwehren standen am heutigen Tag mit rund 3.900 Einsatzkräften im Einsatz. In Summe galt es landesweit 965 Einsätze zu erledigen.

Mit Hochdruck wurde daran gearbeitet, Straßen und Verkehrswege frei zu machen und zerstörte Dächer provisorisch zu versorgen. Mehrere PKW wurden zwischen umstürzenden Bäumen eingeschlossen und mussten von den Feuerwehren freigeschnitten werden.

Zweite Welle gegen 14.30 Uhr des 10.2.2020

Die Aussichten stehen laut ZAMG aktuell auf Wetterberuhigung, in den Nachtstunden muss aber dennoch wieder mit stärkeren Windspitzen bis zu 80 km/h gerechnet werden. Die Feuerwehren sind jedenfalls dafür gerüstet.

Der Bevölkerung wird weiterhin geraten, Waldstücke zu meiden und Gegenstände entsprechend zu sichern. Zu herabhängenden Stromleitungen sollte unbedingt ein entsprechender Sicherheitsabstand gehalten werden.

Links

Warnübersichten hier auf Fireworld.at
Oö. Landes-Feuerwehrverband
Feuerwehrfotos.com
Fotokerschi.at

Sabine gab über Nacht nochmals Gas

Wenig Zeit zum Erholen von den Einsatzstrapazen am gestrigen Tag hatten die Feuerwehren in den Nachtstunden auf den Dienstag, 11. Februar 2020. Schon kurz nach Mitternacht zogen erneut Windböen mit bis zu 111 km/h über Oberösterreich.
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