Oö: Katastrophenschutz des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes übergibt Prototypen

LINZ (OÖ): Neue Ausrüstung für drei Stützpunktfeuerwehren in Oberösterreich wurden am 3. September 2020 von Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer sowie dessen Stellvertreter Michael Hutterer in Linz übergeben.

Verändernde Prototypen

„Bei allen drei Ausrüstungsgegenständen handelt es sich jeweils um Prototypen, die neue Konzepte im Katastrophenschutz darstellen werden und neue Wege einleiten“, leitete der oberste Feuerwehr-Chef Robert Mayer die kleine Übergabezeremonie ein.

Wechsellader mit mittelschwerem Kran

Die Freiwillige Feuerwehr Altmünster im Bezirk Gmunden ist die erste Feuerwehr im Land, an die ein Wechselladerfahrzeug mit mittelschwerem Kran, kurz als WLF-K1, übergeben worden ist. Wechselladerfahrzeuge zeichnen sich durch eine vielfältigere Nutzbarkeit aus. Analysen der größeren Schadensereignisse in der jungen Vergangenheit, gleichgültig nun ob Hochwasser, Schneedruck oder auch die Corona-Pandemie, haben aufgezeigt, dass in Oberösterreich nach wie vor teilweise gravierende Mankos in den Bereichen Logistik und Heben zu verzeichnen sind.

Viele Geräte und Maschinen haben zudem heute nicht nur mehr Leistung, sondern sind auch teilweise markant schwerer geworden. Nicht selten können sie per Muskelkraft nur mehr bedingt oder gar nicht mehr manövriert werden (um als nur ein Beispiel schwere Pumpen zu nennen). Aber auch bei Sturm- und Schneeeinsätzen hat sich gezeigt, dass die Kräne alleine schon als Sicherungsgerät ausgezeichnete und für das eingesetzte Personal absolut notwendige Dienste leisten.

Soweit möglich wird das WLF-K1 folgende Bereiche abzudecken:
• Transport von Abrollbehältern (AB) für das Stützpunktwesen Oö (z.B. Ölsperren, AB-ÖL, AB E-BRAND, usw.),
• Wassern eines A-Bootes (Hubkraft 2 t auf 8m Ausladung),
• Bergung von Gütern und Fahrzeugen bei Gefahr in Verzug
• Höhensicherung mit Kran bei Schneedruck, Sturmereignissen, Bränden u.v.m.
• Baumschneidearbeiten nach Sturmereignissen und Beseitigen von Sturmschäden bei Gefahr in Verzug.

Eine Technik-Reportage zu diesem Prototypen findet sich im Feuerwehrmagazin Brennpunkt in der August-Ausgabe (4/2020).

Abrollbehälter „Öleinsatz“

Für den Stützpunkttyp „Öleinsatz“ stand bislang in jedem Bezirk ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung. Aufgrund veränderter Ausrüstung und Aufgaben geht man nun auch in diesem Bereich neue Wege. Anstatt eines eigenen Fahrzeuges wird diese Ausrüstung künftig hin auf einem Logistik-Abrollbehälter oder einem Anhänger verlagert werden. Die Freiwillige Feuerwehr Ried im Innkreis ist die erste, der ein Abrollbehälter mit dem entsprechenden Equipment auf Rollcontainern, übergeben worden ist.

Transportiert wird diese Ausrüstung auf einem Wechselladerfahrzeug, das bei der Wehr sowieso bereits im Dienst steht. Eine detaillierte Vorstellung des neuen Konzepts erfolgt in der Brennpunkt-Ausgabe 5/2020, die gegen 20. Oktober erscheinen wird.

Multifunktions-Mulde

Ebenfalls einen Abrollbehälter für ein schon bestehendes Wechselladerfahrzeug erhielt die Freiw. Feuerwehr Vöcklabruck. Es handelt sich hier um eine Multifunktionsmulde.

Der ebenfalls im August-Heft des Brennpunkt vorgestellte Behälter dient folgenden Zwecken:

• Verwendung als Quarantänecontainer / trocken (Quarantäne bis zur Übernahme durch spezielle Entsorgungsfirmen), Fahrzeug wird elektronisch überwacht,

• Sicherer Transport verunfallter Fahrzeuge mit alternativen Antrieb und Unfallfahrzeuge generell,

• Löschwasserentnahmebehälter für z.B. Waldbrandbekämpfung ohne / mit Hubschrauberunterstützung,

• Pufferspeicher für Grauwasser und kontaminiertes Löschwasser oder Schlamm und kontaminiertes Erdreich

• Allgemeine Transportaufgaben im Katastrophenfall und bei Großschadensereignissen (Transport von Sandsäcken, Pölzmaterial, Schüttgut…)

Oö. Landes-Feuerwehrverband

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