D: Gefährlicher Fund → möglicherweise durch Möwe gefischter Phosphorklumpen entzündet sich selbst
HEIKENDORF (DEUTSCHLAND): Ein Phosphorklumpen von der Größe eines Tennisballs hat sich am Sonntagnachmittag, 7. Juni 2026, auf einem Steg der Seebadeanstalt Heikendorf (Schleswig-Holstein) selbst entzündet und musste durch den Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein beseitigt werden. Es wird vermutet, dass eine Möwe den Klumpen aus dem Wasser gefischt und auf den Steg hat fallen lassen – so wie es Möwen zum Beispiel auch mit Muscheln tun, um die Schale platzen zu lassen und an den Inhalt zu gelangen.
Der Kampfmittelräumdienst wurde gegen 16.45 Uhr alarmiert, nachdem sich der Phosphor auf dem Steg selbst entzündet hatte. Um das Feuer zu löschen wurde der Klumpen bis zum Eintreffen der Experten wieder ins Wasser geworfen und später herausgeholt. Im Anschluss wurde er fachgerecht abtransportiert. Aufgrund des schnellen und umsichtigen Handelns der Beteiligten kam niemand zu Schaden.
In diesem Zusammenhang warnt der Kampfmittelräumdienst Einheimische sowie Touristinnen und Touristen an den Nord- und Ostseeküsten vor den Gefahren durch angeschwemmten weißen Phosphor. Bei den Funden handelt es sich meist um Überreste von Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Liegen diese lange im Meer, können sie durch die Strömung freigespült und wie Bernstein an die Strände getrieben werden.
Da der gefährliche Stoff im nassen Zustand tatsächlich wie Bernstein aussehen kann, kommt es immer wieder zu gefährlichen Verwechslungen. Das Tückische an weißem Phosphor ist seine chemische Eigenschaft: Solange er nass ist, passiert nichts. Sobald der Stoff jedoch trocknet – etwa in der Hosentasche – entzündet er sich bei Kontakt mit Sauerstoff und bei einer Temperatur zwischen 20 bis 40 Grad Celsius von selbst. Der brennende Phosphor lässt sich kaum löschen und verursacht tiefe, schwer heilende Verbrennungen auf der Haut. Auch die entstehenden Dämpfe sind hochgradig toxisch.
