D: Durchzündung bei verrauchtem Dachboden in Ratingen → Notdach eingesetzt
RATINGEN (DEUTSCHLAND): In den frühen Morgenstunden des 21. Juni 2026 wurde die Feuerwehr Ratingen gegen 03:45 Uhr zu einem vermuteten Dachstuhlbrand in die Dr.-Kessel-Straße alarmiert. Vorausgegangen war ein schweres Gewitter im Stadtgebiet.
Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnten von außen zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Im Rahmen der Erkundung wurde jedoch auf dem Dachboden eine starke Verrauchung festgestellt, die sich im weiteren Einsatzverlauf über die gesamte Straße ausbreitete.
Während ein Trupp unter Atemschutz zur weiteren Erkundung in das Gebäude vorging, kam es zu einer Brandausbreitung vom Dachboden in ein Büro im ersten Obergeschoss. Dort wurde umgehend die Brandbekämpfung eingeleitet. Kurz darauf kam es zu einem Durchbrand der Dachkonstruktion nach außen und ein weiteres Löschrohr wurde zur Sicherung des Gebäudes vorgenommen. Nachdem das Feuer im ersten Obergeschoss unter Kontrolle gebracht worden war, wurde die Zugangsklappe zum Spitzboden geöffnet und infolge der dabei eingetretenen Sauerstoffzufuhr kam es zu einer Durchzündung des Dachbodens. Hierbei zog sich ein Feuerwehrmann leichte Verbrennungen an beiden Handgelenken zu und musste ärztlich versorgt werden.
Zur weiteren Brandbekämpfung wurde die Dachhaut über die Drehleiter großflächig geöffnet. Parallel dazu kamen wechselweise zwei Löschrohre zum Einsatz. Besonders hervorzuheben ist der erstmalige Einsatz eines Notdaches in Ratingen. Dieses wird den Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen durch die Provinzial Versicherung zur Verfügung gestellt. Aufgrund der beschädigten Gebäudehülle und der Wetterlage wurde das Notdach eingesetzt, um Folgeschäden durch eindringendes Niederschlagswasser zu minimieren. Trotz der Durchzündung konnte der Dachstuhl weitgehend erhalten werden. Neben der Brandbekämpfung führten die Einsatzkräfte umfangreiche Maßnahmen zur Wasserschadenminimierung durch.

Löschwasser wurde soweit möglich mit Wassersaugern entfernt. Im Einsatz waren der Führungsdienst, die Kräfte der Feuerwache West sowie die Löschzüge Lintorf, Mitte und Tiefenbroich der Freiwilligen Feuerwehr. Zur Unterstützung wurde außerdem die Feuerwehr Erkrath mit einem spezialisiertem Fahrzeug eingesetzt.
Insgesamt waren 38 Einsatzkräfte vor Ort. Darüber hinaus waren die Polizei des Kreises Mettmann, der Rettungsdienst der Städte Ratingen und Heiligenhaus sowie die Stadtwerke Ratingen beteiligt. Der Einsatz dauerte von 03:45 Uhr bis etwa 08:00 Uhr.
