Bayern: Waldbrandausbreitung in Übersee auf 6 Hektar begrenzt → rund 300 Kräfte im Einsatz
ÜBERSEE (BAYERN): Ein Waldbrandeinsatz beschäftigt seit den Nachtstunden des 29. Juni die Einsatzkräfte im Gemeindebereich Übersee (Landkreis Traunstein). Kurz vor Mitternacht wurde der Brand entdeckt und eine Alarmierung der Feuerwehren veranlasst. In einem Waldstück nahe der Ortschaft Damberg brennen derzeit rund sechs Hektar Wald-, Gestrüpp- und Moorfläche. Rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Bergwacht, des Technischen Hilfswerks und der Polizei sind aktuell vor Ort im Einsatz (Erstbericht vom Morgen hier: Bayern: 200 Kräfte bei großem Waldbrand in Übersee).

Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste in den frühen Morgenstunden die Autobahn A8 zwischen den Anschlussstellen Grabenstätt und Bernau zeitweise gesperrt werden. Die Sperrung konnte in den Vormittagsstunden gegen 10 Uhr wieder aufgehoben werden. Zudem wurde über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Gefahreninformation veröffentlicht. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht derzeit nicht. Die Brandursache ist bislang unklar.

In den Nachtstunden wurde das Feuer im Damberger Filz (Chiemsee-Moos) insbesondere durch bodengebundene Einsatzkräfte mit zahlreichen Strahlrohren bekämpft. Zusätzlich wurde eine sogenannte Riegelstellung eingerichtet, die mithilfe einer Beregnungsanlage eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern soll.
In den Vormittagsstunden begann zudem die Brandbekämpfung aus der Luft. Hierfür sind drei Hubschrauber der Bayerischen Polizei im Einsatz, die mit Außenlastbehältern Wasser über dem Brandgebiet abwerfen und so die Löscharbeiten der Feuerwehren unterstützen. Das Löschwasser wurde zeitweise aus dem nahegelegenen Chiemsee entnommen, überwiegend jedoch aus eigens eingerichteten Wasserbehältern in unmittelbarer Nähe der Einsatzstelle.

Da der Brandbereich mit Fahrzeugen nicht direkt erreichbar ist, musste insbesondere in der Anfangsphase des Einsatzes eine umfangreiche Infrastruktur zur Löschwasserversorgung aufgebaut werden. Hierzu wurden mehrere Schlauchleitungen mit zahlreichen Strahlrohren verlegt, um den Brand aus verschiedenen Richtungen bekämpfen zu können.
Die Löschwasserversorgung wird zusätzlich über lange Schlauchleitungen zu Wasserentnahmestellen in der Umgebung sowie durch einen Tankwagenpendelverkehr von weiter entfernten Entnahmestellen sichergestellt. Hierfür wurden insbesondere Feuerwehrfahrzeuge mit großen Wassertanks an die Einsatzstelle beordert.

In den späten Vormittagsstunden wurden außerdem Landwirte mit Traktoren und großen Güllefässern hinzugezogen, die das unwegsame Gelände besser befahren können. Gleichzeitig errichteten die Einsatzkräfte mehrere große Löschwasserbehälter rund um den Brandbereich, um ausreichend Löschwasser als Reserve vorzuhalten.
Zur Erkundung der Brandausbreitung und zur Lagebeurteilung setzen Bergwacht und Polizei Drohnen mit Wärmebildtechnik ein. Darüber hinaus wurde der Einsatz in mehrere Einsatzabschnitte gegliedert. Innerhalb dieser Abschnitte werden die Löscharbeiten zwischen den Luft- und Bodeneinsatzkräften eng aufeinander abgestimmt.

Die Löschmaßnahmen der Nacht- und Vormittagsstunden zeigten bereits Wirkung. Die Rauchentwicklung hat deutlich nachgelassen, sodass die Sperrung der Autobahn A8 zwischen Übersee und Bernau gegen 10 Uhr aufgehoben werden konnte. Die über MoWaS veröffentlichte Gefahreninformation bleibt jedoch weiterhin bestehen. Darin wird die Bevölkerung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.
Schadstoffmessungen im Bereich der Rauchausbreitung haben bislang keine auffälligen Ergebnisse ergeben. Dennoch beobachten die Verantwortlichen die weitere Entwicklung aufmerksam und werden die Maßnahmen bei Bedarf anpassen.

Bereits in den Nachtstunden wurde ein „erhöhter Koordinierungsbedarf“ festgestellt. Aus diesem Grund wurde Kreisbrandrat Christof Grundner zum Örtlichen Einsatzleiter bestellt und ein Krisenstab in der Feuerwehr-Führungsstelle Achen eingerichtet. Zudem wurde die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Traunstein aktiviert.
Bei den Löscharbeiten in der Nacht zog sich ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen zu. Aufgrund der hohen Temperaturen werden die Einsatzkräfte während des Tages regelmäßig ausgetauscht. Die körperlich äußerst anspruchsvolle Arbeit erfordert zudem eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung. Die Verpflegung der Einsatzkräfte wird derzeit durch die Gemeinde Übersee sichergestellt.

Bei den Verantwortlichen machte sich in den Vormittagsstunden eine vorsichtige Entspannung bemerkbar. „Die Löschmaßnahmen zeigen insgesamt Wirkung und das Feuer konnte bereits deutlich eingedämmt werden“, so eine erste vorsichtige Einschätzung des Örtlichen Einsatzleiters Christof Grundner. Ein konkretes Einsatzende hingegen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht anvisiert werden.

Herbert Strauch, Erster Bürgermeister der Gemeinde Übersee, zeigt sich vor allem dankbar, „dass an allen Ecken mit großem Engagement und hoher Professionalität gearbeitet wird und alle Beteiligten gemeinsam an einem schnellen Löscherfolg arbeiten“. Gleichzeitig lobt er „die schnelle und unbürokratische Unterstützung durch die Feuerwehren aus der Region, alle beteiligten Hilfsorganisationen sowie die eingesetzten Landwirte, die mit ihren Maschinen einen wertvollen Beitrag zum Einsatzerfolg leisten“.
Während des Tages waren etwa 300 Einsatzkräfte im Einsatz. Neben zahlreichen Feuerwehren aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim wurden auch Flughelfergruppen aus dem Berchtesgadener Land sowie aus dem Landkreis Rosenheim eingesetzt. Darüber hinaus sind rettungsdienstliche Kräfte des Bayerischen Roten Kreuzes, Einsatzkräfte der Bergwacht, des Technischen Hilfswerks sowie der Polizei in die Maßnahmen eingebunden.

Der Einsatz wird mit Stand von 15 Uhr, 29. Juni 2026, voraussichtlich noch einige Tage andauern. Über den weiteren Verlauf wird regelmäßig informiert. Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, das betroffene Gebiet möglichst zu meiden, die Einsatzkräfte nicht zu behindern und im Umkreis der Einsatzstelle keine Drohnen zu starten.
Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Erstbericht vom Morgen: Bayern: 200 Kräfte bei großem Waldbrand in Übersee


