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Bayern: Starkes Gewitter sorgt am 29. Juni 2026 für zahlreiche Feuerwehreinsätze im Kreis Traunstein

LANDKREIS TRAUNSTEIN (BAYERN): Hinter den Feuerwehren in der Region liegt ein arbeitsreicher Montag (29. Juni 2026). Während des Tages waren rund 300 Einsatzkräfte beim Waldbrand im Chiemsee-Moos in Übersee im Einsatz (siehe Bayern: Waldbrandausbreitung in Übersee auf 6 Hektar begrenzt → rund 300 Kräfte im Einsatz), ehe gegen 19 Uhr ein starkes Gewitter über weite Teile des Landkreises zog und rund 60 weitere Einsätze verursachte.

Vorwiegend mussten umgestürzte Bäume beseitigt oder Wasser aus Gebäuden entfernt werden. In Nußdorf gab es zudem Brandalarm, ebenso für die Feuerwehr Traunreut. Die erste wetterbedingte Alarmierung ging gegen 19 Uhr in Marquartstein ein, den letzten Einsatz infolge des Gewitters übernahm gegen 22 Uhr die Feuerwehr Unterwössen. Rund 25 Feuerwehren aus dem Landkreis Traunstein mussten infolge des Gewitters ausrücken.

„Glücklicherweise kam bei dem Gewitter nach derzeitigen Erkenntnissen niemand ernsthaft zu Schaden und auch größere Sachschäden wurden bislang nicht gemeldet“, lautet das erste Fazit von Kreisbrandrat Christof Grundner. Weiter betont er: „Der Montag zeigt einmal mehr, wie schnell man von extremer Trockenheit in eine Situation mit Gewitter, Sturm und Starkregen kommen kann. Zahlreiche Helfer, die tagsüber bei den Löscharbeiten in Übersee eingebunden waren, mussten in den Abendstunden Keller leer pumpen oder überflutete Straßen freimachen.“ Das Einsatzgeschehen wurde von der Feuerwehr-Führungsstelle „Salzach“ im Feuerwehrhaus Fridolfing koordinativ bleitet. Acht Einsatzkräfte waren dort etwa zwei Stunden im Einsatz.

Pkw prallt gegen umgestürzten Baum

Den ersten wetterbedingten Einsatz hatte die Feuerwehr Marquartstein in der Schloßstraße. Dort war ein Pkw gegen einen umgestürzten Baum gefahren. „Die Person im Fahrzeug wurde glücklicherweise nicht verletzt und konnte selbst aus dem Wagen aussteigen“, berichtet Kommandant Johann Troibner und ergänzt: „Neben der Erstbetreuung des Fahrers haben wir den Baum entfernt. Nach einer Stunde war alles erledigt.“

In Übersee waren im Bereich der Ringstraße Fahrbahn und Gehweg überschwemmt. Die Feuerwehr konnte den verstopften Gully schnell freimachen. In Unterwössen mussten die Einsatzkräfte einen Gegenstand sichern. „Es hat den Werbebanner unseres eigenen Festes heruntergerissen“, informiert Kommandant Michael Klauser und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu „das Plakat war leider nicht mehr zu retten, aber glücklicherweise war unser Fest ja schon am letzten Wochenende“: Die Feuerwehr Erlstätt hatte es in der Dorfmitte an der Grabenstätter Straße mit einer überschwemmten Fahrbahn zu tun. Neben der Verkehrsabsicherung kümmerten sich die Einsatzkräfte darum.

Eigenes Feuerwehrhaus vom Wasser bedroht

Die Feuerwehr Tengling verzeichnete mehrere Einsätze. „Neben mehreren großen Ästen in Richtung Gessenhausen mussten wir unser Feuerwehrhaus vor eindringendem Wasser schützen“, informiert Kommandant Florian Reiter und ergänzt: „Dazu kamen mehrere Tauchpumpen zum Einsatz.“ Darüber hinaus sorgten die Einsatzkräfte für den Wasserabfluss an der Staatsstraße und entfernten kurzzeitig die Gullydeckel, damit das Wasser abfließen konnte.

In Taching waren zwei Einsätze zu bewältigen. Einmal war Wasser in ein Wohnhaus eingedrungen, außerdem war ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt. „Wir waren mit 15 Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen rund zwei Stunden im Einsatz“, berichtet Kommandant Michael Lechner. In Törring war ein Baum auf die Kreisstraße TS 26 gefallen. „Wir konnten das Hindernis ohne größere Probleme zügig beseitigen“, so das Fazit von Kommandant Wolfgang Eder.

Drehleitereinsatz bei Gaden

Die Feuerwehr Gaden musste in der Straße „Am Schwanenplatz“ einen Baum von der Fahrbahn beseitigen. „Zusätzlich haben wir die Drehleiter aus Waging angefordert, weil mehrere größere Äste in den Bäumen hingen, die eine Gefahr darstellten“, informiert Kommandant Johann Praxenthaler. In Tettenhausen rückte die Feuerwehr aus, weil im Wald bei Notbicheln ein Baum umgestürzt war. „Wir waren mit neun Einsatzkräften vor Ort und haben das Hindernis beseitigt“, berichtet Kommandant Benjamin Földi und ergänzt: „Dabei hat uns ein Landwirt mit seinem Teleskoplader unterstützt.“

Die Feuerwehr Heiligkreuz musste in ihrem Einsatzbereich dreimal ausrücken. Zweimal war in der Siedlung Wäschhausen ein Baum über die Fahrbahn gefallen. Außerdem musste bei Weiding ein Baum entfernt werden. „Während der Einsätze war noch eine Fahrzeugbesatzung beim Waldbrandeinsatz in Übersee eingebunden“, erklärt die stellvertretende Kommandantin Anita Mußner und betont: „Dennoch hatten wir alle Einsatzaufträge nach rund einer Stunde erledigt.“

Martin Schwenk, stellvertretender Kommandant in Oberfeldkirchen, berichtet von zwei Einsätzen im Schutzbereich. Einmal mussten die Aktiven einen größeren Baum über Fahrbahn zwischen Oberfeldkirchen und Geinharting beseitigen. Im Ortsteil Hochwies verfehlte ein umstürzender Baum nur knapp ein Wohnhaus. „Glück im Unglück, dass hier alles ohne nennenswerte Schäden verlaufen ist“, so das Fazit von Martin Schwenk.

Die Feuerwehr Seeon beseitigte im Ortsteil Apperting einen umgestürzten Baum von der Fahrbahn. In Altenmarkt musste die Feuerwehr zu einer Wohnungsöffnung ausrücken. Die Feuerwehr Tacherting entfernte in Richtung Oberbrunnham einen umgestürzten Baum von der Fahrbahn. „Eine große Tanne war bei dem Sturm umgeknickt“, informiert Korbinian Thiel von der Feuerwehr und ergänzt. „Dabei hat uns ein Landwirt mit seinem Lader geholfen“. Zum zweiten Einsatz berichtet er, „Bei Wajon lag ein kleinerer Baum über die Straße der von uns entfernt wurde“. Die Feuerwehr war mit zwei Fahrzeugen und zwölf Einsatzkräften unterwegs.

Lange Anfahrt für die Feuerwehr Ising

Bei Ising war im Bereich der Staatsstraße 2093 ein Baum auf die Fahrbahn gefallen. „Wir hatten insgesamt zwei Einsätze wegen umgestürzter Bäume“, berichtet Kommandant Leopold Siglreitmeier und ergänzt: „Bei unserem ersten Einsatz kam uns die Feuerwehr Seebruck zur Hilfe, da wir noch in die Löscharbeiten beim Waldbrand in Übersee eingebunden waren.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Das war dann schon eine etwas längere Anfahrt nach unserem zwölfstündigen Löscheinsatz.“

In Haslach mussten die Einsatzkräfte zur Bahnunterführung an der Axdorfer Straße ausrücken. „Diese war mit Wasser vollgelaufen und ein Auto ist darin stecken geblieben“, informiert der stellvertretende Kommandant Stefan Breitling. Der Fahrzeuglenker kam mit dem Schrecken davon. Die Einsatzkräfte sorgten für den Wasserabfluss und reinigten die Einläufe. Außerdem wurde die Feuerwehr im Bereich der Mühlgasse tätig, weil dort ein Gullydeckel herausgespült worden war.

Verkehrsunfall bei Haslach

Bereits in den Nachmittagsstunden wurde die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen auf die Staatsstraße 2105 in Richtung Siegsdorf alarmiert. Zwei Beteiligte wurden leicht verletzt und von den Feuerwehrkräften erstversorgt. Anschließend brachte sie der Rettungsdienst zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus. Während der Unfallaufnahme musste die Staatsstraße halbseitig gesperrt werden. Die Feuerwehr Haslach war mit 15 Einsatzkräften rund zwei Stunden im Einsatz.

Die Feuerwehr Traunstein verzeichnete fünf Einsätze. In einem Haus am Karl-Theodor-Platz trat Wasser aus der Decke aus. „Als Ursache konnten wir eine verstopfte Dachrinne ausmachen“, berichtet Kommandant Christian Schulz. An der Wasserburger Straße blockierte ein Baum einen Weg. Außerdem standen zwei Straßen in der Kernstadt unter Wasser, und die Einsatzkräfte waren bei einer Wohnungsöffnung gefordert.

Brandalarm in Nußdorf und Traunreut

In Nußdorf wurde Brandalarm wegen eines vermeintlichen Dachstuhlbrandes ausgelöst. Die Verantwortlichen konnten jedoch rasch Entwarnung geben, sodass die alarmierten Feuerwehren aus Nußdorf, Wolkersdorf, Matzing und Traunstein schnell wieder abrücken konnten. In Sondermoning hatten es die Einsatzkräfte aus Nußdorf noch mit einer überschwemmten Fahrbahn zu tun. Ein Eingreifen war dort jedoch nicht erforderlich.

Die Feuerwehr Traunreut wurde zunächst wegen einer gemeldeten Rauchentwicklung im Wald am Schneckenberg alarmiert. „Der erweiterte Löschzug ist unter der Leitung des stellvertretenden Kommandanten Karl Heinz Erhard ausgerückt, konnte allerdings keine Feststellungen machen“, informiert Kommandant Konrad Unterstein. Fast zeitgleich kam es im eigenen Gerätehaus zu einem Stromausfall. „Nichts ging mehr, nicht einmal der Funk“, berichtet der Aktivenchef und ergänzt: „Glücklicherweise konnte das Problem schnell behoben werden.“

Infolge des Unwetters waren die Einsatzkräfte mit sieben Fahrzeugen und 33 Feuerwehrdienstleistenden an insgesamt 13 Einsatzstellen im Einsatz. Meist handelte es sich um Wasserschäden, außerdem musste ein Baum von der Fahrbahn beseitigt werden. Einmal waren die Helfer zur Verkehrsregelung gefordert, weil sich nach der Durchfahrt eines Zuges eine Bahnschranke nicht mehr öffnete. „Bis zum Eintreffen der Bundespolizei haben wir die Verkehrsregelung übernommen“, so Konrad Unterstein. Insgesamt konnten alle Einsätze nach rund drei Stunden abgeschlossen werden.

Einsätze in Matzing und Traunwalchen

Die Werkfeuerwehr BSH hatte es mit eindringendem Wasser in einem Werksgebäude zu tun. In Matzing mussten die Einsatzkräfte zum Schloss Pertenstein ausrücken, weil dort ein Baum über die Fahrbahn gefallen war. „Ein weiterer Einsatz war im Ortsteil Au zu verzeichnen“, berichtet Kommandant Florian Ettmayr.

Dort waren ebenfalls mehrere große Äste abgebrochen und auf die Straße gefallen. Auch in Traunwalchen mussten die Floriansjünger zur Kettensäge greifen. Wie Kommandant Sebastian Kiefersbeck berichtet, war „ein kleinerer Baum im Wohngebiet an der Ludwig-Thoma-Straße umgestürzt“.

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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