Bayern: Bis zu 400 Kräfte bei Großbrand einer ehemaligen Westernstadt in Nürnberg im Einsatz
NÜRNBERG (BAYERN): Am späten Freitagabend, 10. Juli 2026, ist in Nürnberg-Langwasser eine ehemalige hölzerne Westernstadt vollständig niedergebrannt.
Die Feuerwehr Nürnberg verhinderte mit Unterstützung zahlreicher Einsatzkräfte aus dem Umland, dass sich das Feuer auf den angrenzenden Wald, einen Campingplatz und das nahegelegene Messegelände ausbreitete. Zwei Einsatzkräfte wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Die Feuerwehr Nürnberg wurde am Freitag gegen 21:45 Uhr zu einem gemeldeten Waldbrand östlich der Großen Straße alarmiert. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit alarmierte die Integrierte Leitstelle Nürnberg bereits zu Einsatzbeginn zahlreiche Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg.
Bereits auf der Anfahrt waren ein starker Feuerschein und eine deutliche Rauchentwicklung erkennbar. Der Brandrauch zog in westlicher Richtung weit über das angrenzende Stadtgebiet. Daraufhin wurden weitere Feuerwehren aus dem Nürnberger Umland nachalarmiert. Diese kamen aus dem Nürnberger Land, der Stadt und dem Landkreis Fürth sowie dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. Auch die Werkfeuerwehr des Nürnberger Flughafens unterstütze mit einem Tanklöschfahrzeug bei der Brandbekämpfung und der Bereitstellung von genügend Löschwasser. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass nicht nur Waldfläche, sondern hauptsächlich eine ehemalige hölzerne Westernstadt auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern in voller Ausdehnung brannte.
Durch die starke Wärmestrahlung und den heftigen Funkenflug waren der angrenzende Wald sowie ein nahegelegener Campingplatz erheblich gefährdet. Die Einsatzleitung ließ den Campingplatz vorsorglich räumen. Auch ein Konzert im Stadionpark wurde vorzeitig beendet. Zudem gingen Funken und Flugfeuer im Randbereich des benachbarten Messegeländes nieder, sodass dort ebenfalls Kontrollmaßnahmen durch die Feuerwehr erforderlich waren. Mit einem massiven Löschangriff gelang es den Einsatzkräften, den Brand einzudämmen und eine Ausbreitung auf Wald, Campingplatz und Messegelände zu verhindern. Bereits nach rund einer Stunde konnte die Einsatzleitung „Brand unter Kontrolle“ melden. Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, kam auch ein sogenanntes Holland Fire System zum Einsatz. Das mobile Hochleistungspumpen- und Wasserfördersystem förderte Löschwasser aus dem nahegelegenen Dutzendteich direkt zur Einsatzstelle.
Das Technische Hilfswerk unterstützte den Einsatz mit drei Radladern und Baggern die bis aus Ansbach anrückten. Damit wurden einsturzgefährdete Gebäudeteile eingerissen. Zusätzlich wurde rund um den Brandbereich eine Schutzschneise angelegt.
In den frühen Morgenstunden meldete die Einsatzleitung endgültig „Feuer aus“. Anschließend wurden die Einsatzkräfte schrittweise aus dem Einsatz herausgelöst. Am Samstagmorgen waren noch Einheiten der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Nürnberg mit Nachlöscharbeiten und Aufräumarbeiten beschäftigt. Im Laufe des Samstags erfolgen weitere Brandnachschauen, um ein Wiederaufflammen versteckter Glutnester auszuschließen.
An dem Großeinsatz waren zeitweise bis zu 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk und Rettungsdienst beteiligt. Zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Sachschadens kann die Feuerwehr Nürnberg keine Angaben machen. Die Ermittlungen hierzu hat die Polizei übernommen.
Der Einsatz hat erneut gezeigt, wie wichtig die enge und eingespielte unbürokratische Zusammenarbeit der verschiedenen Blaulichtorganisationen bei außergewöhnlichen Schadenslagen ist. Die Feuerwehr Nürnberg bedankt sich ausdrücklich bei allen beteiligten Einsatzkräften und Organisationen für die professionelle und engagierte Zusammenarbeit und deren wertvolle Unterstützung.
