USA: Buffalo investiert 31 Mio. Dollar in 28 neue Rosenbauer-Fahrzeuge über Leasing mit Eigentumsübergang
USA: Die Stadt Buffalo im US-Bundesstaat New York startet eines der größten Fahrzeugbeschaffungsprogramme in der Geschichte ihrer Berufsfeuerwehr. Für rund 31 Millionen US-Dollar werden insgesamt 28 neue Feuerwehrfahrzeuge angeschafft. Der Auftrag umfasst 19 Löschfahrzeuge und neun Drehleiterfahrzeuge des Herstellers Rosenbauer. Bemerkenswert ist dabei nicht nur der Umfang der Bestellung, sondern auch die Finanzierung: Die Fahrzeuge werden über ein zehnjähriges Leasingmodell mit anschließendem Eigentumsübergang beschafft. Auch die Wartung soll künftig der Hersteller übernehmen.
Die Stadtverwaltung von Buffalo stellte am 28. Oktober 2026 die Pläne zur umfassenden Modernisierung ihrer Feuerwehr- und Polizeifahrzeugflotten vor. Bürgermeister Sean Ryan präsentierte gemeinsam mit Feuerwehrchef Daniel Pizarro und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung die ersten neuen Fahrzeuge. Die Investitionen sind Bestandteil des bereits im Mai beschlossenen städtischen Haushalts für 2026/27.
Für das Buffalo Fire Department ist die Beschaffung dringend notwendig. Ein erheblicher Teil der bisherigen Fahrzeugflotte hat die vorgesehene Nutzungsdauer längst überschritten. Nach Angaben von Feuerwehrchef Pizarro stehen teilweise noch Fahrzeuge im regulären Einsatzdienst, die mehr als 20 Jahre alt sind. Als übliche Nutzungsdauer für Fahrzeuge im Erstangriff nannte er rund zehn Jahre. Die Überalterung führte zuletzt zu einem erheblichen Wartungs- und Reparaturaufwand. Immer wieder mussten Fahrzeuge aufgrund technischer Defekte außer Dienst genommen werden. Dadurch wurde nicht nur die Verfügbarkeit der Einsatzmittel beeinträchtigt, sondern auch die Instandhaltung zunehmend kostspieliger.
19 Löschfahrzeuge und neun Drehleitern
Das neue Beschaffungsprogramm umfasst insgesamt 28 schwere Feuerwehrfahrzeuge. Davon entfallen 19 auf sogenannte Fire Engines, also Löschfahrzeuge mit fest eingebauter Feuerlöschkreiselpumpe, Löschwasservorrat und Ausrüstung zur Brandbekämpfung sowie zur technischen Hilfeleistung. Weitere neun Fahrzeuge sind als Ladder Trucks vorgesehen. Diese übernehmen innerhalb der amerikanischen Feuerwehrorganisation unter anderem Aufgaben der Menschenrettung, der Brandbekämpfung aus größerer Höhe sowie der technischen Unterstützung bei Brandeinsätzen.
Für die Herstellung der neuen Fahrzeuge wurde Rosenbauer ausgewählt. Das Unternehmen ist mit seiner amerikanischen Tochtergesellschaft Rosenbauer America seit vielen Jahren auf dem nordamerikanischen Feuerwehrfahrzeugmarkt tätig. Konkrete Angaben zu den Fahrgestellen, Motorisierungen, Pumpenleistungen, Tankinhalten oder zur Ausführung der Drehleitern wurden im Rahmen der aktuellen Präsentation noch nicht veröffentlicht.
Zehn Jahre Leasing statt sofortiger Gesamtfinanzierung
Besonders interessant ist das Finanzierungsmodell der Großbeschaffung. Die Stadt Buffalo hat für die 28 Feuerwehrfahrzeuge ein zehnjähriges Lease-to-Own-Programm im Umfang von rund 31 Millionen US-Dollar vereinbart. Dabei werden die Fahrzeuge über die Vertragslaufzeit finanziert und gehen anschließend in das Eigentum der Stadt über. Mit diesem Modell will die Stadtverwaltung zwei wesentliche Ziele erreichen: Einerseits können die Kosten über einen längeren Zeitraum verteilt werden, andererseits sollen die vereinbarten Fahrzeugpreise gegen künftige Preissteigerungen abgesichert sein.
Gerade auf dem nordamerikanischen Feuerwehrfahrzeugmarkt sind die Beschaffungskosten in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Hinzu kommen lange Lieferzeiten und ein hoher Aufwand bei der Beschaffung von Ersatzteilen. Durch die langfristige Vereinbarung kann Buffalo die Erneuerung der Fahrzeugflotte besser planen und muss nicht für jedes einzelne Fahrzeug eine neue Finanzierung sicherstellen.
Rosenbauer übernimmt auch die Wartung
Ein weiterer Bestandteil des Beschaffungsprogramms ist die Instandhaltung der neuen Einsatzfahrzeuge. Nach Angaben der Stadtverwaltung wird Rosenbauer künftig auch die Wartung der beschafften Feuerwehrfahrzeuge übernehmen. Damit soll die Belastung der städtischen Werkstätten verringert und die technische Verfügbarkeit der Fahrzeuge verbessert werden.
Feuerwehrchef Daniel Pizarro rechnet damit, dass sich durch die schrittweise Erneuerung der Flotte die jährlichen Wartungsausgaben deutlich reduzieren lassen. Gegenüber regionalen Medien nannte er ein mögliches Einsparungspotenzial von rund 50.000 US-Dollar pro Fahrzeug und Jahr. Diese Einsparungen sind allerdings als Prognose zu verstehen. Wie hoch sie tatsächlich ausfallen, wird insbesondere von der Zuverlässigkeit der neuen Fahrzeuge und den vertraglich vereinbarten Wartungsleistungen abhängen.
Bis 2029 sollen 70 Prozent der Flotte erneuert sein
Die Großbeschaffung ist Teil eines längerfristigen Modernisierungsprogramms des Buffalo Fire Department. Nach Angaben von Feuerwehrchef Pizarro sollen bis Ende 2029 rund 70 Prozent der Feuerwehrfahrzeugflotte ersetzt werden. Noch einsatzfähige ältere Fahrzeuge können anschließend teilweise als Reservefahrzeuge weiterverwendet werden. Damit soll auch die Verfügbarkeit von Ersatzfahrzeugen verbessert werden, wenn Fahrzeuge des regulären Einsatzdienstes wegen Wartungsarbeiten oder Reparaturen ausfallen.
Die Bedeutung einer zuverlässigen Fahrzeugflotte zeigte sich insbesondere während des schweren Wintersturms im Dezember 2022. Damals waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Buffalo aufgrund technischer Probleme nur eingeschränkt oder überhaupt nicht einsatzfähig. Nach später veröffentlichten Untersuchungen funktionierten bei einzelnen Drehleiterfahrzeugen die Leitersysteme nicht ordnungsgemäß, während bei anderen Fahrzeugen Probleme mit den Feuerlöschpumpen oder Heizungsanlagen auftraten. Die Erfahrungen aus diesem Extremwetterereignis unterstreichen die Bedeutung einer technisch zuverlässigen Fahrzeugflotte für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft.
Eine der größten Fahrzeugbestellungen der Feuerwehrgeschichte
Die jetzt vereinbarte Beschaffung zählt nach Angaben der Feuerwehrführung zu den größten zusammenhängenden Fahrzeugbestellungen in der Geschichte des Buffalo Fire Department. Neben den 28 Feuerwehrfahrzeugen investiert die Stadt auch in ihre Polizeifahrzeugflotte. Dort werden zunächst 105 neue Fahrzeuge über ein eigenes Leasingprogramm im Umfang von 2,1 Millionen US-Dollar angeschafft. Langfristig ist vorgesehen, die gesamte Polizeiflotte mit 337 Fahrzeugen innerhalb von fünf Jahren zu erneuern. Für die Feuerwehr steht jedoch vor allem die langfristige Sicherung der Einsatzbereitschaft im Mittelpunkt.
Die Bestellung bei Rosenbauer verbindet die umfassende Erneuerung der schweren Feuerwehrfahrzeugflotte mit einem langfristigen Finanzierungs- und Wartungskonzept. Damit sollen die teilweise mehr als zwei Jahrzehnte alten Fahrzeuge ersetzt, die Reparaturkosten reduziert und die technische Verfügbarkeit der Feuerwehr dauerhaft verbessert werden.


