USA: Großbrand nach Feuerball in San Francisco -> Mindestens 6 Tote
San Francisco (USA): Acht Stunden nach der Explosion einer Gaspipeline in der Nähe des Flughafens von San Francisco sind die Brände im ganzen Wohnviertel immer noch nicht unter Kontrolle. Mindestens sechs Menschen starben bisher bei dem Unglück, teilte die Feuerwehr mit.
Abel Maldonado, der Gouverneur Arnold Schwarzenegger während dessen Asien-Reise vertritt, rief für den gesamten Bezirk den Notstand aus. Er rechne mit weiteren Opfern, sagte er nach einer ersten Besichtigung der Unglücksstelle dem US-Sender CNN. „Es sieht aus, als wäre eine Bombe eingeschlagen“, berichtete Maldonado. Er habe in vielen Einfahrten verbrannte Autos gesehen: „Das sagt mir, dass viele ihre Häuser nicht verlassen haben, und das macht mir grosse Sorge.“ Knapp 40 Menschen mussten mit Verbrennungen und anderen Verletzungen in Spitälern behandelt werden. Mehr als 53 Häuser brannten teils bis auf die Grundmauern nieder, mindestens 120 weitere wurden nach Angaben der Feuerwehr beschädigt. Rund hundert Einwohner wurden in Notunterkünften untergebracht.
Eine gewaltige Explosion hatte in der Nacht zum Freitag, 10. September 2010, den nur etwa drei Kilometer vom Flughafen entfernten Vorort San Bruno erschüttert. Darauf folgten meterhohe Stichflammen. Binnen Minuten stand ein ganzer Strassenzug in Flammen, Menschen rannten in Panik davon, andere schossen fasziniert Fotos mit ihren Handys, vom Himmel regnete es Glassplitter und Trümmer.
Bürgermeister Jim Ruane bestätigte, dass der Bruch einer 60 Zentimeter breiten Hochdruckleitung Schuld an einem der schlimmsten Brandinfernos in einer amerikanischen Stadt seit Jahren sei.
ORF-BERICHT AM MORGEN DES 10.9.:
Bei einer mutmaßlichen Gasexplosion in einem Vorort von San Francisco sind mindestens ein Mensch getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden. Die Explosion habe sich gestern, 9. September 2010 (Ortszeit), in San Bruno, in der Nähe des Flughafens von San Francisco, wahrscheinlich an einer Gasleitung ereignet, teilten die örtlichen Behörden mit. Mehr als 30 Verletzte würden im Krankenhaus von San Bruno behandelt, sagte Krankenhaussprecher Karl Sonkin. Mehrere weitere Opfer der Explosion und der anschließenden Brände seien in Stationen für Verbrennungsopfer in anderen Krankenhäusern gebracht worden. „Das ist wirklich eine Tragödie“, sagte der Krankenhaussprecher.
„Riesiger Feuerball“
Infolge der Explosion brannten einige Häuser bis auf die Grundmauern nieder, die Flammen breiteten sich nach Behördenangaben auf mehr als 20 Häuser aus. Örtliche Medien berichteten, in mehr als 45 Häuser sei Feuer ausgebrochen. Die Behörden evakuierten die benachbarten Gebäude. Auch vier Stunden nach der Explosion hatte die Feuerwehr mehrere Brände noch nicht unter Kontrolle gebracht. Löschflugzeuge und -hubschrauber kamen ebenfalls zum Einsatz.
Augenzeugen berichteten von einem riesigen „Feuerball“. „Ich habe ein Geräusch wie das eines tief fliegenden Flugzeugs gehört, dann wackelte plötzlich das Haus“, sagte Tina Diloia, die sich während des Unglücks mit ihrem Baby in ihrer Wohnung in San Bruno aufhielt. Nachdem sie eine weitere Explosion gehört habe, sei sie auf die Straße gelaufen. Dort seien Trümmerteile umhergeflogen.
