Nö: Vier Einsatzkräfte in Ausübung ihrer Tätigkeit erschossen – 17.9.2013

Annaberg (Nö): Mit in Österreich noch nie dagewesenen Folgen endete in der Nacht auf den 17. September 2013 im niederösterreichischen Annaberg die bevorstehende Verhaftung eines mutmaßlichen, bereits längere Zeit observierten Wilderers: Drei Polizisten und ein Sanitäter wurden dabei getötet!
Update per 18.9.2013: Verdächtiger ist tot
Anhand einer Straßensperre hielten zwei Cobra-Beamte (Sondereinheit der Polizei) den Verdächtigen noch in der Nacht an. Dieser schoss einen Beamten an, der später im Krankenhaus verstorben ist. Das Rote Kreuz wurde zu seiner Versorgung alarmiert, worauf der Mann neuerlich zu schießen begonnen hat und dabei auch den Lenker des Rettungsfahrzeuges tödlich getroffen hat.

Wenig später tötete der Schütze auf seiner Flucht zu Fuß einen weiteren Polizisten und nahm seinen Kollegen als Geisel, um mit dem Polizeifahrzeug zu seinem landwirtschaftlichen Anwesen zu gelangen. Während der ganztägigen Belagerung des Bauernhofes wurde schlussendlich auch der zuvor als Geisel genommene Polizist tot aufgefunden.
An diesem 17. September 2013 verloren somit vier Einsatzkräfte von Polizei und Rotem Kreuz in Ausübung ihrer Tätigkeit durch mutwillige und rücksichtslose Gewalteinwirkung ihr Leben:
• Gruppeninspektor Johann Ecker, 51 Jahre, PI Gresten
• Gruppeninspektor Manfred Daurer, 44 Jahre, PI Scheibbs
• Revierinspektor Roman Baumgartner, 38 Jahre, EKO Cobra
• Johann Dorfwirth (70), Rettungssanitäter
Unser Beileid gilt allen Angehörigen der Helfer.

Update vom 18.9.: Verdächtiger tot aufgefunden:
Wie die Medien am Morgen des 18. September 2013 berichten, ist jener Mann, der am 17. September 2013 drei Polizisten und einen Sanitäter in Niederösterreich erschossen haben soll, ist in der Nacht auf Mittwoch von den Einsatzkräften tot in einem brennenden Geheimversteck aufgefunden worden. Der 55-Jährige hatte sich seit den Morgenstunden auf seinem Bauernhof verschanzt.
Berichte vom Tag
Nach Aufhebung der Mediensperre darf derzeit bekannt gegeben werden (Quelle: Bundesmnisterium für Inneres): Nach mehreren Jahren Wilderei wurde in der Nacht zum 17. September 2013 ein Verdächtiger von Polizisten in einem Wald bei Annaberg in Niederösterreich angehalten.
Der Mann flüchtete und in weiterer Folge kam es zu mehreren Kontakten zwischen dem Verdächtigen und der Polizei. Dabei wurden zwei Polizisten und ein Sanitäter der Rettung durch Schüsse getroffen. Ein Polizist wird vermisst. Der Verdächtige flüchtete mit einem Fahrzeug zu seinem Haus. Dort befindet er sich derzeit; es ist von Polizisten umstellt. Amtshandlung läuft.
Anfangs war durch eine offensichtlich nicht authorisierte Verbreitung von zwei getöteten Polizisten und einem getöteten Sanitäter die Rede. Was per 12.30 Uhr Stand der Dinge ist, ist noch unbekannt. Der Polizeieinsatz ist nach wie vor im Gange.
13.00 Uhr: Schützenpanzer beigestellt
Laut ORF-Bericht hat die Exekutive einen Schützenpanzer des Bundesheeres an die Einsatzstelle angefordert.
14.30 Uhr: Polizisten und Sanitäter sind tot
Jetzt ist es leider offiziell, das Bundesministerium für Inneres gibt bekannt:
Zwei Polizisten und ein Sanitäter der Rettung wurden in der Nacht auf den 17. September 2013 bei einem Einsatz gegen einen vermutlichen Wilderer in Annaberg (Neiderösterreich) erschossen.
Bei einem Einsatz gegen einen mutmaßlichen Wilderer kurz nach Mitternacht des 17. September 2013 sind zwei Polizisten und ein Sanitäter der Rettung nach Schussverletzungen verstorben. Infos zufolge wurde der Sanitäter erschossen, als er einem der Polizisten noch helfen wollte …
Ein Beamter einer Streife wird vermisst. Der Verdächtige dürfte sich in seinem Haus in einem Ort nahe Melk verschanzt haben. Die Polizei ist anwesend, die Amtshandlung per 14.30 Uhr nach wie vor im Gange.
15.15 Uhr: Dritten toten Polizisten gefunden
Der von der Polizei gesuchte Wilderer hat laut der Tageszeitung Österreich einen vierten Menschen getötet: Die Polizei fand in einem entwendeten Streifenwagen auf dem Bauernhof des Verdächtigen in Großpriel in der Nähe von Melk die Leiche des vermissten Polizisten. Der Beamte war von dem Wilderer bei seiner Flucht als Geisel genommen worden.
Das Innenministerium trauert
Am heutigen Tage kamen Polizisten und ein Rettungssanitäter während der Ausübung ihres Dienstes gewaltsam ums Leben.
„Ich bin über den Tod der Polizisten und des Rettungssanitäters zutiefst erschüttert. Sie haben ihr Leben gelassen für unsere Sicherheit. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt den Familienangehörigen und den Kolleginnen und Kollegen, die ihr Leben in Ausübung des Dienstes lassen mussten“, sagte Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner.
