Deutschland: Großfeuer vernichtet über 300 Jahre altes Reetdachhaus

MITTELNKIRCHEN (DEUTSCHLAND): In der Nacht auf den 20. Jänner 2015 kam es im Alten Land in Mittelnkirchen zum Ausbruch eines Brandes in einem reetgedeckten Wohn- und Wirtschaftsgebäude eines landwirtschaftlichen Anwesens.

Gegen Mitternacht wurde die 74-jährige Bewohnerin des ca. 25 x 15 m großen Hauses in der Straße Ort durch ihre auslösenden Brandmelder geweckt. Zu dem Zeitpunkt war das gesamte Haus bereits voller Qualm. Nur mit dem was sie am Leib hatte, konnte sich die Frau dann gerade noch rechtzeitig nach Draußen in Sicherheit bringen. Nachbarn hatten den Brand im Dachbereich des Hauses bemerkt, hatten Feuerwehr und Polizei alarmiert und waren couragiert zum Haus zu laufen, um die Bewohnerin zu wecken.

Feuerschein aus mehreren Kilometern Entfernung sichtbar

Als die ersten der insgesamt 150 Einsatzkräfte auf der Anfahrt waren, konnte man das inzwischen lichterloh brennende Haus schon aus mehreren Kilometern Entfernung durch den Feuerschein erkennen.Da durch den erheblichen Funkenflug zusammen mit leichtem Wind die Gefahr bestand, dass in unmittelbarer Nachbarschaft und sogar auf der gegenüberliegenden Flussseite der an der Brandstelle vorbeifließenden Lühe stehende weitere Reetdachhäuser ebenfalls in Brand geraten könnten, wurden deren Dächer von den eingesetzten Feuerwehren aus Mittelnkirchen, Guderhandviertel, Neuenkirchen, Steinkirchen, Grünendeich, Hollern-Twielenfleth und Jork vorsorglich mit Wasser geschützt. Auch ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude die auf dem Hof stehen, konnte verhindert werden.
Teilweise unter schwerem Atemschutz unter mit Unterstützung der zusätzlich alarmierten Drehleiter der Feuerwehr Stade wurden die Löscharbeiten vorgenommen, Löschwasser konnte dazu aus der Lühe über den Deich gepumpt werden.

Gebäude war nicht zu retten

Trotz des massiven Löscheinsatzes konnte die Feuerwehr nicht verhindern, dass das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder brannte. In dem Haus befanden sich neben dem Hab und Gut der Bewohnerin auch noch mehrere Traktoren, Maschinen und ein Kühlhaus, die ebenso den Flammen zum Opfer fielen wie ein hinter dem Haus abgestellter Pkw. Der Gesamtschaden dürfte sich nach ersten Schätzungen von Polizei und Feuerwehr auf mindestens eine halbe Million Euro belaufen. Der vorsorglich alarmierte Buxtehuder Notarzt und die Besatzung von drei Rettungswagen des DRK und der Johanniter brauchten nicht eingreifen, verletzt wurde bei dem Brand durch Glück niemand. Auch die 74-jährige Bewohnerin blieb bis auf einen Schock unverletzt, sie kam bei Verwandten in der Nachbarschaft unter.

Löscharbeiten bis Mittag

Die Ortsdurchfahrt Mittelnkirchen musste für die Zeit der Lösch- und Aufräumarbeiten voll gesperrt werden, die Sperrung wird vermutlich auch heute tagsüber noch aufrecht erhalten werden müssen. Der Verkehr wird örtlich umgeleitet, mit Behinderungen ist zu rechnen. Die Löscharbeiten werden vermutlich noch bis in die späten Vormittagsstunden des 20. Jänner 2015 andauern.
Zur Brandursache können bislang noch keine Angaben gemacht werden. Tatortermittler der Polizei haben noch in der Nacht erste Ermittlungen am Brandort aufgenommen. Ergebnisse werden aber erst in den nächsten Tagen nach den dann anlaufenden Recherchen der Brandexperten der Polizeiinspektion Stade erwartet.

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