Nö: Hallo Feuerwehr! Könnten Sie mir diese Bankfiliale aufbrechen?

MARIA LANZENDORF (NÖ): Es gibt Einsätze, die man durchaus in die Kategorie “fragwürdig” einordnen kann aber dennoch freundlich erledigt werden. Auch etwas in einem Bankfoyer zu vergessen, kann vorkommen. Man kann dann ja vorsichtig um einen “Einbruch” durch die Feuerwehr bitten – fragen kost’ immerhin nix!

So wie in der Nacht am vergangenen Wochenende, werden Feuerwehren immer wieder zu Einsätzen gerufen, die sich schon beim Eintreffen nicht als Aufgabe der Feuerwehr darstellen!

Um 02:13 Uhr wurde die Feuerwehr Maria Lanzendorf durch die Abschnittsalarmzentrale Schwechat zu einer "technischen Hilfeleistung" alarmiert. Als Einsatzort wurde die Filiale der örtlichen Raiffeisenbank durchgegeben. Denkt man da zu aller erst an zu setzende Maßnahmen nach Einbruch oder einen Wasserschaden, wurden die Kameraden aus Maria Lanzendorf schnell eines besseren belehrt. Es war relativ schnell klar, dass die Einsatzkräfte umsonst aus dem Schlaf gerissen wurden!

Wertsachen im Bankfoyer vergessen
Der Alarmierende, ein 20 jähriger aus Wien, hat nach eigener Aussage sein Mobiltelefon im Foyer geladen und beim Verlassen der Bank seine Wertsachen vergessen. Da die Türe zum Selbstbedienungsfoyer nur von 5-24 Uhr durch Kunden geöffnet werden kann, konnte er nicht wieder zurück um seine Habseligkeiten zu holen und erwartete nun von der Feuerwehr, ihm die versperrte Türe zu öffnen. Als Erstmaßnahme wurde der Spaßvogel seitens des Einsatzleiters darüber aufgeklärt, dass die Feuerwehr weder ein Schlüsseldienst, noch eine Einbrechertruppe ist und für die Behebung seiner "Notlage" nicht zuständig ist.

Geistesblitz! "Vergesslicher Vergessener" entdeckt 24/7 Rufnummer der Bankzentrale!
Er konnte dann selbst eine Telefonnummer heraus finden (anscheinend jene der Bankzentrale), wodurch ihm durch Entriegeln der Foyertüre über Fernzugriff der Zutritt ins Foyer zum Wiedererlangen seiner Wertgegenstände ermöglicht wurde.

Einmal geht’s noch: Kaum draußen, liegt der Mofa-Schlüssel im Foyer …
Wieder im Freien angekommen bemerkte er jedoch das Fehlen des Zündschlüssels seines Motorrades, welchen er im Inneren der Bank noch (oder auch schon wieder) vergessen hatte. Dumm nur, dass die Türe zwischenzeitlich bereits wieder automatisch geschlossen wurde. Ob er dann nochmals die Bankhotline bemüht hat oder zu Fuß nach Hause ging, entzieht sich der Kenntnis der Feuerwehr.

"Abschließend wollen wir feststellen, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren gerne allen Personen helfen, die sich in einer Notsituation befinden und eine unaufschiebbare Hilfeleistung benötigen! Dieser Einsatz gehörte jedoch jedenfalls nicht dazu, denn die notwendigen Telefonate hätte der Jugendliche auch ohne unserem Beisein selbst führen können. Nach so einem "Einsatz" fragt man sich dann schon einmal, warum man sich freiwillig und unentgeltlich zum Dienst am Nächsten bemüht, wenn unser hervorragend funktionierendes Freiwilligensystem oftmals dermaßen ausgenützt wird. Aber danach fragte der "Bemüher" nicht wirklich. Anscheinend war es für ihn einfach selbstverständlich, dass die roten Autos kommen und ihm schon helfen werden, möglichst schnell nach Hause ins Bett zu kommen. Leider ohne darüber nachzudenken, dass die Helfer selbst aus dem Schlaf gerissen wurden, von denen jeder in der Früh wieder aufstehen und, diesmal unausgeschlafen, in die Arbeit fahren durfte!", so die Feuerwehr Maria Lanzendorf abschließend.

FF Maria Lanzendorf

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