Nö: Schwelbrand in Mehrparteienhaus-Bodendämmung in Wr. Neustadt → Gebäude geräumt

WIENER NEUSTADT (NÖ): Ein Schwelbrand in einer Bodendämmung machte am Vormittag des 7. April 2017 die Räumung eines Mehrparteienhauses in Wiener Neustadt erforderlich. Das Haus mit 13 Parteien wurde im Zuge der Löscharbeiten aus Sicherheitsgründen geräumt und ein kurzfristiges Betretungsverbot ausgesprochen.

Gegen 08:30 Uhr informierte ein anwesender Rauchfangkehrer die Feuerwehr Wiener Neustadt über einen überhitzten Kamin im Zehnerviertel. Das eintreffende Vorausfahrzeug erkundete die Lage und stellte einen Schwelbrand im Unterboden einer Erdgeschosswohnung fest. Daraufhin wurde ein weiteres Tanklöschfahrzeug alarmiert. Auch der diensthabende Offizier wurde verständigt.

Da mit der Wärmebildkamera eine großflächige Wärmeausbreitung im Boden festgestellt wurde, ordnete der Einsatzleiter EABI Alfred Grimm einen ersten Löschangriff mittels Kohlendioxidlöschern an. Da dies jedoch keinen längerfristigen Löscherfolg brachte, wurde gegen drei viertel elf die Entscheidung getroffen, die Brandbekämpfung mit Stickstofflanze weiterzuführen.

Dazu wurde eine Mödlinger Fachfirma alarmiert und die Evakuierung des Mehrparteienhauses vorbereitet. Die Evakuierung war notwendig, da der eingesetzte Stickstoff gefährlich für die Bewohner und Haustiere ist. Eine Katze, die der Bewohnerin bei der Evakuierung entkam, wurde von der Feuerwehr rasch wieder eingefangen. Nach Rücksprache mit der Fachfirma sprach der Einsatzleiter ein Betretungsverbot für die entsprechende Wohnung aus. Die Anwohner kamen vorübergehend bei Freunden und Verwandten unter.

Die restlichen Bewohner des Hauses konnten ihre Wohnungen im Laufe des Tages wieder beziehen.

Ein arbeitsreicher Tag!
Seit dem Schwelbrand, der die Feuerwehr für mehrere Stunden beschäftigte, kommen die Einsatzkräfte kaum aus ihren Stiefeln hinaus! Insgesamt galt es bis jetzt, zu acht (!!!) Einsätzen auszurücken. Neben dem Brandeinsatz mussten die freiwilligen Mitglieder noch zu drei Verkehrsunfällen und vier Brandalarmen ausrücken. Zwei Personen wurden bei den Unfällen unbestimmten Grades verletzt.
In der Früh rückten wir zeitnah zu zwei Brandalarmen aus. Beide Alarme stellten sich jedoch als Fehlalarm heraus. Kurz darauf waren mehrere Einsatzkräfte bei dem Schwelbrand im Einsatz.
Gegen 15.45 Uhr touchierte auf der A2 ein Seat die Leitplanke und blieb fahruntüchtig am Pannenstreifen stehen. Das Fahrzeug wurde von der Feuerwehr von der Autobahn verbracht und gesichert abgestellt. Ein Teil der hier eingesetzten Kräfte rückte direkt von dem Brandeinsatz im Zehnerviertel an.
Nach einer kurzen Pause für die Feuerwehrleute kam es gegen 17.30 Uhr auf der Puchberger Straße stadtauswärts zu einer Karambolage zwischen drei Autos. Der Lenker des mittleren Fahrzeuges, ein Mann aus Bratislava, wurde bei dem Unfall unbestimmten Grades verletzt und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert werden. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle ab und führte die Fahrzeugbergungen durch.
Auf dem Weg ins Krankenhaus wurde die Mannschaft des RTWs, in der Nähe des Wasserturms, zu Zeugen eines weiteren Unfalles. Hier kam es zu einem Auffahrunfall, bei dem eine Lenkerin ebenfalls unbestimmten Grades verletzt wurde. Die bereits anwesenden Sanitäter versorgten die Lenkerin und alarmierten Feuerwehr und Polizei. Auch hier führte die Feuerwehr die Bergung des fahrunfähigen Fahrzeuges durch.
Während die Kräfte diesmal einrückten, wurde das Tanklöschfahrzeug zu einem Brandalarm weiter alarmiert. Gleichzeitig rückte ein weiteres TLF zur Brandstellenkontrolle ins Zehnerviertel aus.

Tage wie dieser belasten die Freiwilligen enorm. Neben der beruflichen Tätigkeit fällt es sehr schwer, noch ausreichend Zeit für das Ehrenamt zu finden. Besonders an Tagen wie diesen sind für die Freiwillige Feuerwehr Schichtarbeiter "lebensnotwendig", da eine ausreichende Einsatzbereitschaft unter Tags sehr schwer zu erreichen ist. Die Feuerwehr appelliert hier an die Arbeitgeber von Feuerwehrleuten, ihren Mitarbeitern für die Erfüllung des Ehrenamtes nach Möglichkeit entgegen zu kommen. Für Notfälle im eigenen Haus wünscht man sich immerhin auch rasche Hilfe durch die freiwilligen aber professionellen Helfer.

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