Deutschland: Gefahrguteinsatz nach Unfall mit zwei Lkw und einem Pkw bei Bruchsal

Ein LKW blieb über alle Fahrbahnen liegen und Teile der Stückgutladung liefen auf die Fahrbahn. Ein nach Zeugenaussagen auf dem Entschleunigung Streifen des Parkplatzes stehender Pkw fuhr ohne auf den Durchgangsverkehr zu achten wieder über die Sperrfläche auf die Autobahn. Hierdurch entwickelte sich der Unfall an dem zwei Lkw und ein Pkw beteiligt waren. Der Unfallverursacher flüchtete.

Um 21.56 Uhr die Feuerwehr Bruchsal mit den Abteilungen Bruchsal und Untergrombach zu einem LKW Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf die BAB 5 in Fahrtrichtung Karlsruhe gerufen. Zwischen der Anschlussstelle Bruchsal und der Noteinfahrt Untergrombach kam es auf Höhe des Parkplatzes zu einem Unfall, bei dem ein Lkw über alle Fahrbahnen liegenblieb und flüssige Ladung auslief. Eine nachfolgende PKW Lenkerin kollidierte mit dem querstehenden LKW. Entgegen der ersten Meldung war der LKW-Fahrer nicht eingeklemmt. Er konnte sich selbstständig mit schweren Verletzungen aus seinem Führerhaus befreien. Die Pkw-Lenkerin verletzte sich leicht. Aus dem verunfallten LKW lief eine unbekannte Flüssigkeit von der Ladefläche auf die Fahrbahn. Mit Schutzanzügen und unter Atemschutz wurde von der Feuerwehr die Plane des LKW geöffnet. Durch den Unfall waren Teile der Ladung beschädigt und aus einem IBC Container lief die unbekannte Flüssigkeit aus.

Ausgelaufene Betriebsstoffe und die auslaufende Ladung wurden mit Bindemittel abgestreut und ein Bindemitteldamm zum Grünstreifen der Autobahn aufgeschüttet. Um welches Mittel es sich handelte war Anfangs unklar. Aber offensichtlich war es kein Gefahrgut. Mit Schutzanzügen und unter Atemschutz wurde versucht die auslaufende Ladung aufzufangen, an den verunfallen Fahrzeugen die Batterien abgeklemmt und nähere Informationen zur Beladung erkundet. Über die Produktbezeichnung und den Hersteller konnte die Flüssigkeit schließlich identifiziert werden. Die klebrige Flüssigkeit war Polyacrylamid und wurde bei der Berührung mit Wasser zu einer gelatineartigen Masse, die sehr schwer zu entfernen ist. Mit Auffangfässern konnte ein Teil der Ladung direkt aus der Ladefläche aufgefangen werden.

Die Autobahn war in der ersten Erkundungsphase voll gesperrt und der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Bruchsal ausgeleitet. Im Einsatzverlauf konnten die im Stau befindlichen Fahrzeuge über den Parkplatz abfahren. Die Autobahn blieb aber weiter voll gesperrt.
Von der Feuerwehr Bruchsal wurde der Fachberater Chemie, Dr. Richard Spörri, zur Einsatzstelle gebracht. Dieser nahm die Einsatzsituation in Augenschein und beriet die Einsatzkräfte und Bergeunternehmen zum weiteren Vorgehen. Eine Vertreterin des Umweltamtes kam ebenso an die Einsatzstelle da ein Teil des Polyacrylamid in den Grünstreifen gelaufen war. Ein Bergeunternehmen nahm die verunfallten Fahrzeuge auf und es wurde eine Reinigung der Fahrbahn durch eine Spezialfirma beauftragt. Die Vollsperrung der Autobahn in Richtung Karlsruhe besteht noch weiter. Die Reinigung wird sich noch bis in den späten Vormittag hinziehen.

Zur Versorgung der Verletzten und der Absicherung der Einsatzkräfte war der Rettungsdienst unter der Leitung des Organisatorischen Leiters Matthias Wahl mit drei Notarzteinsatzfahrzeugen und fünf Rettungswagen vor Ort. Die Verletzten Personen wurden in umliegende Krankenhäuser verbracht.
Die Feuerwehr Bruchsal war unter der Leitung von Feuerwehrkommandant Bernd Molitor mit 60 Einsatzkräften bis 02.45 Uhr im Einsatz.

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