rescEU – Europas Katastrophenschutz, auf den man sich verlassen kann

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit und wir alle sind Zeugen seiner verheerenden Auswirkungen. Brände vernichten Wälder und Städte, verheerende Stürme und schwere Überschwemmungen verwüsten besiedelte Gebiete, vertreiben Menschen aus ihren Häusern und fordern jedes Jahr Tausende von Menschenleben.

KEIN LAND IST VOR DEN IMMER HÄUFIGER AUFTRETENDEN NATURKATASTROPHEN GEFEIT

Allein im Jahr 2017 haben Waldbrände in Europa mehr als 1,2 Millionen Hektar Land vernichtet und 127 Menschen ihr Leben gekostet, darunter auch Feuerwehrleute (Infolink). Im Jahr 2019 war der Polarkreis von Bränden betroffen, die Asche- und Rauchwolken erzeugten, die größer als das Gebiet der Europäischen Union waren (Infolink 2).
Diesen Sommer waren wir ebenfalls Zeugen von Feuern, die von Sibirien bis Brasilien, vom Mittelmeer bis zur Arktis reichten. Menschen verloren ihre Existenzgrundlage oder gar ihr Leben.

UM DIESER ZUNEHMENDEN BEDROHUNG ZU BEGEGNEN, MÜSSEN UNSERE REAKTIONSMECHANISMEN ANGEPASST WERDEN

Im Katastrophenfall benötigen wir starke, schnelle und gut koordinierte Reaktionsmechanismen. Wir müssen auch in eine bessere Katastrophenprävention und -vorsorge investieren. Vor allem müssen wir gemeinsam handeln. Kein Land sollte bei der Bewältigung von Naturkatastrophen allein gelassen werden. Das erwarten unsere Bürger von uns – Solidarität ist die wesentliche Verantwortung und Stärke der Europäischen Union.


Solidarität und Zusammenarbeit sind in der Tat unsere Leitprinzipien. Seit 2001 verfügt Europa über ein gemeinsames EU-Katastrophenschutzverfahren – ein System, durch das betroffene Länder Nothilfe von anderen europäischen Ländern anfordern können.

Es wurde in der Vergangenheit bereits über 300 Mal erfolgreich eingesetzt, um Hilfesuchende innerhalb und außerhalb der EU zu unterstützen. Dank rescEU – einer zusätzlichen Reserve mit Kapazitäten in Bereichen für die auf europäischer Ebene Lücken festgestellt wurden (z. B. Hubschrauber, Löschflugzeuge und andere Ressourcen) – ist dieser Mechanismus jetzt noch stärker.

Diese Reserven können rasch eingesetzt werden und ergänzen nationale Kapazitäten. Das neue System ist nicht nur ein „Sicherheitsnetz“ für die Mobilisierung von Experten, Teams und Ressourcen, sondern stärkt auch unsere kollektive Fähigkeit, Katastrophen zu verhindern, uns darauf vorzubereiten und zu reagieren.

WARUM BENÖTIGEN WIR EIN STÄRKERES UND WIDERSTANDSFÄHIGERES SYSTEM?

Extreme Klimabedingungen haben die Fähigkeit europäischer Länder, sich im Katastrophenfall gegenseitig zu helfen, stark beansprucht. In den letzten Jahren waren häufig mehrere Länder zeitgleich von Waldbränden betroffen. Als Folge konnte Hilfe in Form von Feuerwehrleuten oder Löschflugzeugen aus Nachbarländen nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden. Diese Situation sollte nie wieder auftreten. Im August 2019 brachen in Griechenland innerhalb von 24 Stunden insgesamt 56 Waldbrände aus.

Die EU reagierte unverzüglich über das Katastrophenschutzverfahren und mobilisierte erstmals die rescEU-Reserve. Drei Flugzeuge aus Italien und Spanien wurden in die betroffene Region geschickt und halfen Griechenland, die Brände einzudämmen.

Ich möchte allen Ländern für ihre Hilfe und ihren Beitrag zu rescEU danken. Ich bin stolz auf alle Feuerwehrleute und Ersthelfer in der gesamten Europäischen Union, die weiterhin ihr Leben riskieren, um Menschen zu retten und ökologische und wirtschaftliche Verluste zu begrenzen.

Die Waldbrände auf der griechischen Insel Euböa bedrohten Menschen und Häuser in den umliegenden Dörfern sowie einen geschützten Wald. An diesem Tag wurde unsere neue rescEU-Reserve zum ersten Mal mobilisiert. Es war wirklich großartig zu erleben, die EU-Kooperation in diesem entscheidenden Augenblick in Aktion zu sehen!.”

Eleftherios Manousis, Diensthabender – EU-Zentrum für die Koordination von
Notfallmaßnahmen – Koordinierungsbeauftragter – rescEU-Einsatz in Griechenland

DAS EU-KATASTROPHENSCHUTZVERFAHREN IST EIN BEMERKENSWERTES SYSTEM

Ich werde weiterhin mit den EU-Mitgliedstaaten eng zusammenarbeiten, um das volle Potenzial der neuen rescEU-Reserve auszuschöpfen und sicherzustellen, dass wir über die richtigen Ressourcen verfügen, um alle Arten von Notfällen zu bewältigen. Dies ist unerlässlich, wenn Europa weiterhin eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung immer schwererer Katastrophen und der Hilfe für Menschen in Not im In- und Ausland spielen soll.

Janez Lenarčič
EU-Kommissar für Krisenmanagement


Österreich hat seit 2014 im Rahmen des EU-Katastrophenschutzes in 25 Fällen Nothilfe geleistet

Im September 2019 wüteten in Bolivien schwere Waldbrände. Da die Brände auf mehr als 1,7 Millionen Hektar Land
wüteten, aktivierten die bolivianischen Behörden das EU-Katastrophenschutzverfahren zur Unterstützung. Als Hilfeleistung
entsandte Österreich Ausrüstungen für die bolivianischen Einsatzkräfte, um die Flammen zu bekämpfen.

Am 21. September 2019 wurde Albanien von zwei schweren Erdbeben heimgesucht. Zwei Tage danach kam es zu Gewittern und Starkregen, die in einigen der von den Erdbeben betroffenen Gebieten flutartige Überschwemmungen auslösten. Um den betroffenen Menschen zu helfen, wandten sich die albanischen Behörden an die EU und aktivierten das Katastrophenschutzverfahren.

Österreich bot gemeinsam mit zwölf Teilnehmerstaaten Soforthilfe an. Diese umfasste die Bereitstellung von grundlegenden Hilfsgütern, Unterkünften, Erster Hilfe, medizinischer Ausrüstung, Hygieneartikeln und Sanitärprodukten.

Weitere Infos unter https://ec.europa.eu/echo/

ECHO-COMM-CP, Dezember 2019

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