Stmk: 3 Tote bei Wohnhausbrand an der Pack → Ermittlungsstand

HIRSCHEGG-PACK (STMK): Wie berichtet, geriet in den frühen Morgenstunden des 14. Jänner 2020 ein Einfamilienhaus in Brand. Kriminalisten stellten menschliche Überreste im Brandobjekt sicher. Die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache laufen weiter. Der Stand der Dinge aus Sicht der Polizei am Abend des 14. Jänner 2020 und 17. Jänner 2020.

Update: 17. Jänner 2020

Gegen 03.30 Uhr erstattete ein Zeuge Anzeige über den Brand des Einfamilienhauses. Rund 100 Einsatzkräfte von insgesamt elf Feuerwehren standen daraufhin im Einsatz, um den Brand zu löschen und ein Übergreifen auf angrenzende Bäume sowie Wohnhäuser zu verhindern. Das Einfamilienhaus, welches zum überwiegenden Teil aus Holz bestand, stand jedoch bereits in Vollbrand und brannte zur Gänze nieder. Vom 87-jährigen Bewohner und seiner Frau (73) sowie deren Pflegerin im Alter von 53 Jahren fehlte vorerst jede Spur.

Erst in den Vormittagsstunden konnten sich Brandermittler des Landeskriminalamtes Steiermark sowie Sachverständige der Landesstelle für Brandverhütung in Steiermark erstmals dem Brandobjekt nähern. Ein Betreten der ausgebrannten und noch überhitzen Räume war jedoch, aufgrund einsturzgefährdeter Mauern und immer wieder auffachender Glutnester, nur bedingt möglich. Immer wieder stützten Einsatzkräfte der Feuerwehren die Mauerwerke mit technischen Hilfsmitteln und führten Nachlöscharbeiten durch, sodass nach und nach ein schrittweises Durchsuchen der Räume möglich wurde. Auch durch den Einsatz einer Polizei-Drohne war es möglich, sich über den abgebrannten Dachstuhl einen ersten Überblick im Haus zu verschaffen.

In den Nachmittagsstunden fanden Ermittler schließlich an unterschiedlichen Orten und Stockwerken des niedergebrannten Hauses mehrere menschliche Überreste, welche in Summe auf drei Personen Rückschlüsse zulassen. Ob es sich dabei um das vermisste Ehepaar und die ungarische Pflegerin handelt, ist noch nicht restlos geklärt und wird im Rahmen einer von der Staatsanwaltschaft Graz angeordneten Obduktion zu klären sein.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass auch der im Haus anwesende Familienhund in den Flammen ums Leben kam. Zum Zwecke der Suche nach menschlichen Überresten kam auch ein sogenannter Leichen- und Blutspürhund namens “Hancock” der Polizei-Diensthundeinspektion Graz erfolgreich zum Einsatz.

Die Brandursachenermittlung musste Dienstagabend vorerst abgebrochen werden und wird am Mittwoch gemeinsam mit Tatortbeamten der LKA Steiermark fortgesetzt. Was zum Ausbruch des Feuers geführt hat ist derzeit noch unklar und Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Pressemitteilung der Polizei, 14.1.2020

Feuerwehr-Einsatzbericht hier auf Fireworld.at

Flammeninferno durch technischen Defekt ausgelöst (17. Jänner 2020)

Quelle: ORF Steiermark

Nach dem Brand auf der Pack mit drei Toten am Dienstag dürfte nun die Brandursache feststehen: Das Feuer soll durch einen technischen Defekt ausgelöst worden sein. Zudem liegen erste Erkenntnisse der Obduktion vor.

Das Feuer in dem Holzhaus mit Steinfundament war am Dienstag in der Früh ausgebrochen – mehr dazu in Drei Leichen nach Brand gefunden. Brandermittler, Sachverständige und die Tatortgruppe der Polizei trafen am Mittwoch an der Brandstelle ein, um die Brandruine genau zu untersuchen, auch ein Brandmittelspürhund war im Einsatz.
Alte Stromleitungen

Die Ermittler des Landeskriminalamtes konnten in der Brandruine keine Hinweise auf Brandbeschleuniger oder Ähnliches finden, Fremdverschulden konnte daher schon früh ausgeschlossen werden. Den Ausgang genommen dürfte das Feuer in einem Schlafraum im Untergeschoss haben. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Brand mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgrund eines technischen Defekts der elektrischen Anlage des Hauses entstand: Es dürfte sich um alte Stromleitungen gehandelt haben – die Leitungen sollen nicht den letzten technischen Standards entsprochen haben.

Die Arbeit der Ermittler erwies sich allerdings als äußerst schwierig, so Polizeisprecher Markus Lamb: „Wenn man sich allein vor Augen führt, wie viele technische Geräte in so einem Einfamilienhaus vorhanden sind, dann ist das wirklich Kleinstarbeit, sich hier durch den Schutt zu arbeiten und mögliche Brandursachen zu finden“, sagte Lamb.

Opfer starben an Rauchgasvergiftung

Mittlerweile liegen auch erste Ergebnisse der Obduktionen vor: Dabei konnten die Gerichtsmediziner feststellen, dass die drei Personen an einer Rauchgasvergiftung ums Leben kamen. Die Rauchgase wiederum entstanden offenbar durch glosendes Material aufgrund des Defekts der Stromleitung.

Zudem konnte die Identität des älteren Ehepaares im Alter von 73 und 87 Jahren geklärt werden. Eine zweifelsfreie Identifizierung der ungarischen Pflegerin konnte laut Polizei bisher noch nicht erfolgen, hier müssten noch DNA-Tests durchgeführt werden – ein Ergebnis soll in den kommenden Tagen vorliegen.

Feuerwehr-Einsatzbericht hier auf Fireworld.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.