Bayern: Nach der ersten Corona-Phase → Lebendige Ausbildung im THW

MÜNCHEN (BAYERN): Viele Wochen beschäftigte die Corona-Krise die THW-Ortsverbände in Bayern vor allem mit Einsatzaufgaben im Bereich der Logistik. Genau so lange ruhte oft auch aus Sicherheitsgründen die Ausbildung in den Ortsverbänden. Mit den aktuellen Lockerungen zur Corona-Pandemie startet wieder der intensive Ausbildungsbetrieb in seiner ganzen Bandbreite, wenn auch unter Schutzbedingungen.

In Freising zum Beispiel wurden die Ausbildungstermine aufgeteilt: So trafen sich am ersten regulären Dienstdonnerstag, 2. Juli 2020, nach Corona die Bergungsgruppe, die Fachgruppe Brückenbau und der Zugtrupp zu ihrer ersten regulären Ausbildung. Hier wollten die Ausbilder prüfen, auf welchen Stand die Helfer nach der langen Pause bei den THW-Basics noch sind. Zu diesem Zweck bereiten sie wettkampfmäßige Aufgaben vor, die die allgemeinen Aufgaben einer Bergungsgruppe beinhalten: Erste Hilfe, Holzbearbeitung, Bewegen von Lasten, Verletztentransport usw..

Die Fachgruppe Brückenbau überprüfte, ob die Helfer der Brückenbaugruppe noch Ihre Messgenauigkeit mit den verschiedenen Vermessungswerkzeugen wie z.B. dem modernen Rotationslaser beibehalten haben. Das Einmessen von Fundamenten und Montagebahnen von Behelfsbrücken gehört zu den Standardaufgaben einer Brückenbaugruppe. Das Messen muss millimetergenau erfolgen, damit die Brücken auch an Ihren vorgesehenen Platz stehen.

Im Ortsverband Hilpoltstein stand die Wartung der Stromaggregate, der elektrischen Geräte in dem Vordergrund. Diese müssen im Einsatzfall belastbar sein. Die Helfer und Helferinnen schlossen zahlreiche Scheinwerfer und Heizstrahler an die Stromerzeuger an, um einen Belastungstest für die Geräte durchzuführen. “Wir sind am dritten Ausbildungswochenende nach dem Corona Lockdown sehr gut eingespielt und bereit für den Sommer,” freut sich Ortsbeauftragter Alexander Regensburger.

Für den ersten Ausbildungsdienst im Ortsverband Donauwörth haben sich die Gruppenführer ein besonderes Highlight überlegt. In einer ehemaligen Kaserne in Donauwörth stand ein Gebäude zur Verfügung, in dem das komplette Portfolio der Bergungsgruppe geübt werden konnte. Auch ein bisschen Mathematik stand auf dem Lehrplan der THWler. Angenommen wurde nun, dass der Keller des Gebäudes unter Wasser steht und ausgepumpt werden muss. Die Helferinnen und Helfer mussten hierzu eine Skizze der Räume anfertigen, diese mit einer Bemaßung versehen und anschließend ausrechnen, wie viel Wasser abgepumpt werden muss. Zuletzt galt es noch die Leistung der Pumpen korrekt zu ermitteln um so die theoretische Zeit für das Abpumpen zu erhalten.

In Neunburg vorm Wald haben sich die Jugendbetreuer ein abwechslungsreiches Programm für die Junghelferinnen und Junghelfer überlegt, der Spaß verspricht. Auf die Jugendlichen warten spannende Ausbildungen rund um die Themen Bergen, Hochwasserschutz und Personenrettung. Gleich beim ersten Treffen war das Thema Bewegen von Lasten mittels Mehrzweckzug und Hebekissen. Im Ortsverband München-Land machte die THW-Jugend den Anfang beim Neustart des Ausbildungsdienstes.

Bereits vergangenen Freitag übten die Jugendlichen in Kleingruppen den Umgang mit einer Tauchpumpe. Wenige Tage vor der Ausbildung erhielten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte eine Vorabinformation per E-Mail, in der die Neuerungen über das aktuelle Hygienekonzept erläutert wurden. Bereits um 7:45 Uhr in der Früh trafen sich die Einsatzkräfte der Fachgruppen Infrastruktur, Notversorgung und Notinstandsetzung sowie der Trupp schwerer Transport, um zu einem Kieswerk zu fahren. Dort wiederholten die Einsatzkräfte zunächst theoretische Grundlagen, bevor es an die Praxis ging. Ein Teil der Helferinnen und Helfer übte seine Geschicklichkeit beim Bedienen verschiedener Baumaschinen (Bergeräumgeräte Bagger und Radlader) und dem Lastkraftwagen Wechsellader mit Ladekran. Ein anderer Teil übte mit verschiedenen Pumpen sowie den Umgang mit Schwimmwesten.

Die Bergungsgruppe, der Zugtrupp und die Männer und Frauen in der Grundausbildung begannen ihren Dienst um 8:30 Uhr. Sie blieben für ihre Ausbildung auf dem Gelände des Ortsverbandes. Die Grundausbildung trainierte die korrekte Ausführung von Stichen und Bünden (umgangssprachlich “Knoten”). Die Helferinnen und Helfer der Bergungsgruppe und des Zugtrupps übten das Bewegen von Lasten unter Verwendung unterschiedlichster Hilfsmittel (z.B. Brechstange, Büffelheber, Hydraulikpumpe). Das Fazit am Ende des Tages war, dass sich alle darüber freuten, mit dieser THW-Ausbildung ein Stück weit zur neuen Normalität zurückgekehrt zu sein.

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