Nö: Starkregen traf am 31. Juli 2021 samt Hagel und Windböen von bis 110 km/h auf Wiener Neustadt

WIENER NEUSTADT (NÖ): Der Starkregen, der am 31. Juli gegen 23 Uhr einsetzte, führte in Wiener Neustadt zu kleinflächigen Überschwemmungen im Stadtgebiet. Auch zwei Brandmeldeanlagen wurden durch eindringendes Wasser ausgelöst.

Per 00.30 Uhr des 1. August 2021 standen 50 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt mit 11 Fahrzeugen an 15 Einsatzstellen im Einsatz. Ein Kommandofahrzeug überprüfte alle Pumpstationen und Unterführungen. Diese konnten als “einwandfrei und trocken” gemeldet werden. “Laufend treffen weitere Notrufe ein. Wir ersuchen dringend von Notrufen abzusehen, wenn die Wassermenge mit einem Wischmopp beseitigt werden kann”, erklärt Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Norbert Schmidtberger. Tatsächlich können die Pumpen der Feuerwehr erst ab einer Wassertiefe von 20 Zentimetern sinnvoll eingesetzt werden. Da der Starkregen auch den Bezirk Wiener Neustadt traf, wurde die Bezirksalarmzentrale (BAZ) durch ehrenamtliche Mitglieder und dienstfreie Angestellte der BAZ aufgestockt. In der BAZ selbst wurden auch die Einsatzstellenpriorisierungen für das Stadtgebiet durchgeführt. So der Stand gegen halb 1 Uhr nachts.

UPDATE 1.8.2021, 01:15 Uhr:
Dank des Einsatzes von über 50 Ehrenamtlichen konnten über 20 Einsatzstellen rasch abgearbeitet werden. “Auch der Spülwagen der Gemeinde mit den Mitarbeitern der WNSKS war eine große Hilfe. Einmal mehr zeigten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt ihre Schlagkraft und arbeiteten die Schadstellen ab. Vor allem hat sich wieder einmal die Koordination solch eines Anfalls von mehreren Einsatzstellen durch erfahrene Kameraden in der Feuerwehrzentrale bewährt”, erklärt Norbert Schmidtberger, diensthabender Disponent und Feuerwehrkommandant-Stellvertreter der Feuerwehr Wiener Neustadt.

Insgesamt wurden bis 01:15 Uhr im Stadtgebiet drei Brandmeldealarme, drei Unterführungen und 19 Keller sowie eine Tiefgarage unter Wasser gemeldet. Von Seiten der Freiwilligen Feuerwehr Wiener Neustadt wurden 11 Fahrzeuge mit 50 Mann in den Einsatz gestellt. Unterstützt wurden die Kräfte der Feuerwehr durch einen Spülwagen der WNSKS mit zwei Mann. Diese arbeiteten bis 01:15 Uhr 13 Einsatzstellen ab. Die Einsatztätigkeiten für die noch elf offenen Einsatzstellen werden noch einige Zeit anhalten.

Abschlussmeldung

Bis Sonntag 10 Uhr früh mussten 34 Einsatzstellen durch die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt aufgrund des Unwetters der Nacht vom 31. Juli auf 1. August bewältigt werden. Unter Wasser stehende Tiefgaragen, Keller, Aufzugsschächte und auch durch Äste/Bäume blockierte Verkehrswege zählten zu den Einsätzen.
“Dieses kurze Starkregenereignis zeigte wieder, dass die Wetterextreme heftig ausfallen, wenn sie eintreten. Die Einsatzstellen konnten durch die ehrenamtlichen Mitglieder unter Koordination erfahrener Mitglieder in der Feuerwehrzentrale am Babenbergerring rasch abgearbeitet werden”, erklärt Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Norbert Schmidtberger.

Zu Beginn des Unwetters mussten rasch mehrere Einheiten aufgestellt werden, die sich eigenständig um die Abarbeitung der einzelnen Schadenslagen an den jeweils gemeldeten Adressen zu kümmern hatten. “Dieses Vorgehen hat sich in den Jahren bewährt. Wir entsenden einzelne Einheiten zu den Schadstellen und können so mehrere Einsatzadressen parallel bearbeiten. Durch unsere bestens ausgebildeten Mitglieder ist dies die effizienteste Art der Einsatzabwicklung”, so Schmidtberger weiter. Die Unterführungen der wichtigsten Verkehrswege sind dabei das Sorgenkind Nummer 1: “Im Falle eines solchen Unwetters werden die Pumpstationen überprüft. Die Unterführungen am Bahnhof bei der Kollonitschgasse wie auch die jene an der Badener Straße und der B17 standen unter Wasser. In der Kollonitschgasse blieb ein Pkw im Wasser hängen. Die Insassen konnten sich selbst befreien. Gemeinsam mit dem Kanalspülwagen der Gemeinde und deren Mitarbeiter konnten aber die Pumpstationen rasch in Betrieb genommen werden und bereits um 00:30 Uhr als frei gemeldet werden.”

Auch drei Brandmeldealarme mussten abgearbeitet werden: “Gerade bei Extremwetterereignissen rechnen wir immer mit Brandmeldealarmen. Blitzschlag, eindringendes Wasser, Stromschwankungen: all das kann zu Fehlauslösungen führen. Aber jeder automatische Brandmeldealarm wird bei uns wie ein Brandeinsatz betrachtet. Wir wissen erst vor Ort sicher, ob es sich um einen Fehlalarm, eine Täuschung durch externe Einflüsse oder einen tatsächlichen Brand handelt”, weiß der Kommandant der Feuerwehr Wiener Neustadt, Branddirektor Christian Pfeiffer.

Bei der Adresse am Krebsenbachl wurde ein Baum über die Straße geworfen. In der Kressgasse schlug ein Blitz in einen Baum und sprengte dabei Äste und Holz auf die Straße. Einige davon hingen noch gefährlich in der Baumkrone. So mussten die absturzgefährdeten Äste mittels Kettensägen entfernt werden. Und in der Purgleitnergasse drohte ein Baum auf ein Haus zu stürzen. Auch dieser Baum wurde fachgerecht entfernt.

Auch ein Technikschacht eines Pools füllte sich mit Wasser, wodurch im betroffenen Haushalt der Strom ausfiel. Hier pumpte die Feuerwehr rasch den Schacht aus, reduzierte den Wasserstand im Pool wodurch der Strom im Haus wieder eingeschaltet werden konnte. Durch einen Stromausfall kam es auch in der Herzog Leopold Gasse zu einem Befreiungseinsatz: Durch den kurzzeitigen Stromausfall konnten sich die elektrisch betriebenen Rollläden eines Hauses nicht mehr öffnen lassen. Auch hier half die Feuerwehr rasch.

Am Sonntagmorgen, als die ersten Bürgerinnen und Bürger wieder aufwachten, ging es weiter. Um 6 Uhr morgens musste die Feuerwehr wieder zu mehreren neuen Schadstellen ausrücken. Vorwiegend Auspumparbeiten und Sicherungen von Bäumen standen auch am Sonntag wieder auf der Liste.

Freiw. Feuerwehr Wiener Neustadt

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