Workshop “Blackout: Eine kommunale Herausforderung” im Schloss Laudon stattgefunden

WIEN: Am 2. September 2015 fand mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes im Schloss Laudon der Workshop “Blackout: Eine kommunale Herausforderung” statt. 50 TeilnehmerInnen aus Gemeinde- und Bezirksverwaltungen sowie Vertreter des Zivilschutzes diskutieren über die zu erwartenden Herausforderungen in Gemeinden, Städten und Bezirken in Folge eines Blackouts – eines europaweiten Strom- und Infrastrukturausfalls. Erarbeitet wurden auch die möglichen Maßnahmen, die zur Krisenvorsorge getroffen werden können.

Alexander Pschikal aus dem Bundeskanzleramt betonte die Wichtigkeit der kommunalen Vorbereitung auf dieses Szenario, das gleichzeitig als Teil des Programms Schutz Kritischer Infrastrukturen zu sehen ist. Herbert Saurugg, Initiator der zivilgesellschaftlichen Initiative "Plötzlich Blackout – Vorbereitung auf einen europaweiten Stromausfall" und Organisator des Workshops sah sich einmal mehr bestätigt, dass es noch viel zu tun gibt und dass eine klare Risikokommunikation von Seite der Behörden erforderlich ist, um eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung anzustoßen. Stefan Kreuzer vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung, Andreas Riemer, Bezirkshauptmann von Tulln, Beatrix Lehner, Stadtamtsdirektorin von Amstetten und Karl Raitmar, Feuerwehrkommandant, sowie Hans Wallner, Zivilschutzbeaufragter der Gemeinde Kaltenleutgeben berichteten von ihren Erfahrungen mit der Bearbeitung des Szenarios „Blackout".
Andreas Herndler vom Bezirksfeuerwehrkommando Krems berichtete von seinen Einsatzerfahrungen nach dem schweren Stromausfall Anfang 2014 in Slowenien. Dominik Mungenast vom Bundespressedienst beleuchtete wiederum das Potential aber auch die möglichen Gefahren der Sozialen Medien, die in der österreichischen Krisenkommunikation bisher kaum beachteten werden.

Bei den Diskussionen bestätigte sich einmal mehr, dass wir als Gesellschaft derzeit kaum auf ein solches Ereignis vorbereitet sind und gleichzeitig steigt laufend die Gefahr eines Blackouts. Herbert Saurugg hat nun nach dem Leitfaden "Mein Unternehmen auf ein Blackout vorbereiten" den zweiten umfangreichen Leitfaden "Meine Gemeinde auf ein Blackout vorbereiten" aufbereitet und öffentlich zur Verfügung gestellt.

Zusätzliche Hintergrundinformation: Erst Mitte August 2015 mussten in Polen bis zu 8.000 Unternehmen ihren Strombedarf stark reduzieren bzw. komplett einstellen, um den polnischen Teil des europäischen Stromversorgungssystems vor einem Kollaps zu bewahren. Aufgrund der Hitzewelle kam es zu umfangreichen Kraftwerksausfällen, woraufhin der Strombedarf über mehrere Tage nicht mehr ausreichend gedeckt werden konnte. Dies war die größte Zwischenfall in Polen seit 1980. (Quelle:

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