Oö: Feuerwehr Steyr: Höhenretter wurden ausgebildet

STEYR / LINZ (OÖ): STEYR/OÖ. Immer wieder werden Oberösterreichs Feuerwehren zu Einsätzen gerufen, im Zuge derer Rettungsarbeiten oder Hilfeleistungen in Höhen und Tiefen erforderlich sind. Zur Bekämpfung von Bränden sowie bei der Durchführung diverser technischer Hilfeleistungen wie Schneedruck, Personenrettungen im Steilgelände oder aus Höhen und Tiefen, ist es immer wieder erforderlich, das eingesetzte Personal entsprechend gegen Absturz zu sichern oder mit der entsprechenden Ausrüstung sich zu Opfern abzuseilen.

Bei der Erfüllung dieser Aufgaben kann es vorkommen, dass die normale Ausrüstung der Feuerwehr (Feuerwehrleine, Feuerwehrgurt, usw.) nicht eingesetzt werden kann, weil ihre Einsatzgrenze überschritten wird.

Seitens des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes wurde vor einigen Jahren der Entschluss gefasst, den Bereich der Höhenrettung ein Stützpunktsystem zuteil kommen zu lassen.
Durch die Einführung des Höhenrettungsdienstes (SRHT) können Einsätze in Höhen und Tiefen schneller, sicherer und effektiver für Einsatzkräfte und natürlich auch für die zu rettenden Personen durchgeführt werden. Ziel aller Maßnahmen ist, jeden beliebigen Punkt in jedem Gebäude oder einer technischen Anlage sicher zu erreichen.

Zu den Stützpunkten zählen:

  • FF Braunau am Inn,
  • FF Ried im Innkreis,
  • FF Vöcklabruck,
  • FF Frankenmarkt,
  • FF Alkoven,
  • FF Sankt Aegidi,
  • FF Irndorf,
  • FF Axberg,
  • FF Eberstalzell,
  • BF Linz,
  • BTF Voest,
  • FF Arbing,
  • FF Ternberg

Die Feuerwehr Steyr hatte sich vor über zwei Jahren dafür entschieden, ebenfalls Feuerwehrmänner- und/oder Frauen ausbilden zu lassen. Zuerst wurden interessierte Feuerwehrmänner- und Frauen gesucht, die sich für diesen speziellen Aufgabenbereich begeistern können.
Nachdem Schnuppertage am Stützpunkt Ternberg abgehalten worden sind, haben sich sieben Kameraden (Greindl Florian, Palk Robert, Prukner Patrick, Schnaubelt Felix, Schweiger Philip, Strasser
Mathias und Strasser Michael) der Löschzüge 1, 3, 4 und 5 bereit erklärt, diese Spezialausbildung zu absolvieren.

Die SRHT (Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen) unterscheidet sich grundsätzlich von herkömmlichen Methoden der Menschenrettung und erfordert deshalb auch eine dafür spezifische Ausbildung. Insgesamt soll mit der Umsetzung der SRHT ein Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Feuerwehreinsatz geleistet werden.
Der Stützpunkt Ternberg mit Stützpunkt- und Ausbildungsleiter HBI Fischer Harald, übernahm die Aufgabe, die Kameraden auszubilden und sie in den Stützpunkt Ternberg aufzunehmen.

Prompt begann die Ausbildung
Vor nun schon mehr als zwei Jahren fanden die ersten Ausbildungseinheiten statt. Die Ausbildung gliederte sich in zwei Abschnitte. Als erster Abschnitt wurde die 40-stündige Grundausbildung am Stützpunkt Ternberg abgehalten. Knoten- und Seilkunde, ebenso viel theoretisches Fachwissen, waren die ersten Eckpfeiler der Ausbildung. Im Anschluss folgten praktische Übungen. Außerdem nahmen die Auszubildenden ab sofort an den Übungen des Stützpunkts Ternberg teil, welche einmal im Monat abgehalten werden.

Der zweite Abschnitt der Ausbildung wurde in der Landesfeuerwehrschule in Linz abgehalten. Dort nahmen die sieben Kameraden am Lehrgang für Höhenretter in der Zeit von 09. Mai bis einschließlich 15. Mai teil. Dieser 40-stündige Kurs wurde, aufbauend auf dem bereits Erlernten abgehalten. Dabei, wie generell in der Höhenrettung, wurde großes Augenmerk auf die Sicherheit gelegt.

Folgende Standardrettungsmethoden sind auf diesem Lehrgang wesentlich:

  • Rettung von Personen aus Fensterputzgondeln,
  • Rettung von Personen von Kränen, Gittermasten usw.,
  • Rettung von Personen aus Liftschächten,
  • Rettung mittels Schrägseilbahn,
  • Rettung aus einer Künette,
  • Schachtrettung,
  • Kappseilbergung,
  • gesicherter Aufstieg oder Querstieg (Vorstieg),
  • aktives- und passives Abseilen und
  • Sicherung von Einsatzpersonal

Aufgrund des großen Einsatzspektrums und der komplexen Einsatzsituationen, auf die man im Ernstfall antreffen kann, sind rund 90 Prozent der Ausbildung Praxis.
Die Kameraden der Feuerwehr Steyr werden ab sofort als Höhenretter am Stützpunkt Ternberg eingesetzt. Dabei zählen in erster Linie die Bezirke Steyr-Land und Steyr-Stadt zu Ihren Einsatzgebieten.

Alarmierung der Höhenretterstützpunkte
Alarmiert werden die Stützpunkte „Höhenretter“ (wie generell bei Stützpunktausrüstungen) über die Landeswarnzentrale nach Anforderung durch den örtlichen Einsatzleiter oder direkt vom Disponenten, sofern aus dem eingelangten Notruf hervorgeht, dass es sich um einen Einsatz mit dem Bedarf an Höhenrettern handelt. In den Feuerwehren werden dazu – ähnlich dem Tauchdienst – Sonderpaging-Gruppen eingerichtet und diese im Bedarfsfall ausgelöst.

Freiw. Feuerwehr Steyr

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