Deutschland: Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd im Übungseinsatz

WALSRODE, HEIDEKREIS (DEUTSCHLAND): Im September 2016 fand die diesjährige Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaften Süd der Kreisfeuerwehr Heidekreis statt. Die Übung lief von Freitagabend 18:00 Uhr bis Samstagnachmittag ca. 15:00 Uhr.

Unter der Leitung des Bereitschaftsführers Andreas Bergmann, der vom Fachzug Kommunikation unterstützt wurde, wurden am Freitagabend vier Züge bei der Raiffeisen Centralheide an der Gänseweide eingesetzt. Im Lager war es zu einer Verpuffung gekommen, dadurch brach ein Brand aus, im Gebäude wurden zwei Mitarbeiter vermisst. In der angrenzenden Werkstatt stürzten durch die Druckwelle zwei PKW in die Wartungsgrube und begruben den Mechaniker unter sich. Der Fachzug (FZ) Technische Hilfeleistung wurde in der Werkstatt eingesetzt. Um die Person zu befreien, musste umfangreiches Material eingesetzt werden, darunter beispielsweise Luftheber, Rettungsspreitzer, Büffelwinden und vieles mehr. Mit der Seilwinde des RW1 aus Schwarmstedt wurden die Fahrzeuge, nachdem sie angehoben worden waren, aus der Grube gezogen. Danach konnte die verunfallte Person gerettet werden. Wegen der einsetzenden Dunkelheit wurde Licht aufgebaut, um ein sicheres Arbeiten in der Halle zu ermöglichen.

Der Fachzug Personal hatte den Auftrag, in einem Nebengebäude unter Atemschutz nach den beiden Vermissten zu suchen und sie aus dem Obergeschoss ins Freie zu bringen. Parallel leitete der Fachzug Wasserförderung die Brandbekämpfung in dem weiträumigen Lager ein. Um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, wurde an dem nahegelegenen Fluss Böhme eine Wasserentnahme vom FZ Wassertransport aufgebaut. Dort wurden die Tanklöschfahrzeuge befüllt, die dann im Pendelverkehr das Wasser an die Einsatzstelle brachten. Dort waren insgesamt vier Rohre sowie ein Wasserwerfer im Einsatz, unter anderem auch, um einen Tankwagen mit Heizöl zu kühlen, der direkt an dem Brandobjekt stand. Insgesamt wurden vier Atemschutztrupps eingesetzt.

An der Übung nahmen rund 150 Einsatzkräfte mit 35 Fahrzeugen teil. Der Kreisbrandmeister Staschinski, der Abschnittsleiter Meyer, sein Stellvertreter Fricke, der Stadtbrandmeister Langrehr, Gemeindebrandmeister Jennings sowie der Stellvertretende Bereitschaftsführer Oelfke, der die Übung vorbereitet hatte, beobachteten die Arbeiten. Der Kreissicherheitsbeauftragte Günther Volbers war ebenfalls vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen. Der Fachzug Logistik verblieb in der FTZ und kümmerte sich um die Verpflegung der eingesetzten Kräfte. Denn ohne Mampf kein Kampf, so das Motto.

Nach einem ausgiebigen Abendessen, vorbereitet vom FZ Logistik, wurde an der FTZ Schneeheide eine Übungsnachbesprechung durchgeführt. Die eingesetzten Kräfte verblieben über Nacht in Schneeheide und schliefen in den Fahrzeughallen auf Feldbetten.

Fortsetzung der Kreisfeuerwehrbereitschaftsübung im Landkreis Verden
Am Samstagmorgen war bereits um 5:00 Uhr Wecken, danach gemeinsames Frühstück und Herstellen der Abmarschbereitschaft für 07:30  Uhr. Dann ging es im geschlossenen Verband, ein imposanter Eindruck, über die A27 nach Verden/Aller zum Sammelpunkt an der FTZ. Von dort wurden die Züge über Funk zu den Einsätzen abgerufen. Als erste Lage wurde eine BMA-Auslösung an der Berufsbildenden Schule durch einen Kellerbrand angenommen. Dies ging einher mit einer notwendiger Evakuierung von rund 60 Personen, die von der Stadtjugendfeuerwehr Verden dargestellt wurden. 11 Kinder, die im gesamten Gebäude verteilt waren, hatten zum Teil schwere Verletzungen erlitten. Die Verletzungsmuster wurden realitätsnah vom DRK, der Fachabteilung Realistische Unfalldarstellung, vorbereitet. Als vordringlichste Maßnahme wurde die Menschenrettung eingeleitet.

Der Fachzug Personal bekam den Auftrag, unter Atemschutz in den stark verqualmten Keller vorzugehen, um drei vermisste Schüler zu suchen und zu retten. Einige Betroffene machten den Einsatzleiter aufgeregt auf weitere Personen aufmerksam, die unbedingt Hilfe benötigten. Wichtig bei solch einer umfangreichen Lage ist die Koordination, daher wurde die Technische Einsatzleitung und der Fachzug Kommunikation mit dem Abrollbehälter Einsatzleitung eingesetzt, um den Einsatzleiter zu unterstützen. Umfangreiche Kräfte des Rettungsdienstes  mussten angefordert werden, um sich bei der MANV (Massenafall von Verletzten und zu betreuende Personen) 3 – Situation um die zahlreichen Betroffenen und Verletzten zu kümmern. Parallel zur Menschenrettung wurde unter Atemschutz die Brandbekämpfung im Keller eingeleitet.

Des Weiteren gab es einen Gasaustritt an einer Gasstation in der Nähe der Bundesautobahn. Dieser Einsatz wurde von dem FZ Wassertransport zusammen mit der Ortsfeuerwehr Scharnhorst und dem Gerätewagen Mess des Gefahrgutzuges Verden abgearbeitet.

Gleichzeitig wurde ein Bauunfall in einer Sandkuhle mit einem Verschütteten gemeldet, um diese Lage abzuarbeiten wurde der FZ Technische Hilfeleisting von der Schule abgezogen. Bei Ankunft lief bereits ein panischer Bauarbeiter auf die anrückenden Kräfte zu, um auf seinen Kollegen aufmerksam zu machen, der bis zum Hals verschüttet worden war. Mittels Schaufeln, Spaten, Hölzern, Steckleitern und weiteren Hilfsmittel wurde die Rettung eingeleitet. Da die Sandkuhle mit den Großfahrzeugen nicht befahrbar war, musste das Material in den Arbeitsbereich getragen werden. Zum sicheren Arbeiten und um Nachrutschen des Sandes zu verhindern, wurden die Rettungsbühnen aus Schwarmstedt und Walsrode sowie Bauhölzer in Stellung gebracht. Zum Eigenschutz wurden die Helfer mit Fangleinen gesichert, bevor sie in den Gefahrenbereich vorgingen. Das THW wurde angefordert, um die Rettung zu unterstützen. Der geschockte Kollege wurde bis zum Eintreffen des RD von der Feuerwehr betreut.

Ein weiterer Hilferuf ging ein, nur wenige Meter entfernt von der Sandkuhle war eine Person von einer Walze eingeklemmt worden, nachdem diese sich vom Trecker gelöst hatte und das abschüssige Feld heruntergesollt war. Der Rüstwagen aus Walsrode sowie das LF aus Krelingen wurden aus dem Verschütteteneinsatz abgezogen und zur neuen Einsatzstelle entsendet. Unter Zuhilfenahme von beispielsweise Lufthebern, Büffelwinden, Seilwinde, Umlenkrolle, Bauhölzern und weiteren Materialien wurde die Menschenrettung eingeleitet. Erst wurde die Walze vor weiterem Abrutschen gesichert, bevor die Kräfte tätig wurden und das Hindernis mittels Kran des THW anhoben, um das Bein des Verunfallten zugänglich zu machen. Danach konnte dieser aus seiner misslichen Lage befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Wachsame Augen von unabhängigen Beobachtern verfolgten die Arbeiten, um später bei der Manöverkritik wertvolle Hinweise geben zu können, was zukünftig noch optimiert werden kann. Auch einige Politiker, Feuerwehrführungskräfte und Interessierte beobachteten die unterschiedlichen Übungen, um sich ein Bild der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren und Hilfsorganisationen zu machen. Gegen 12:00 Uhr waren alle Lagen abgearbeitet und es gab ein gemeinsames Mittagessen. Dabei bedankten sich der Bereitschaftsführer Bergmann, der Abschnittsleiter Meyer sowie der Kreisbarndmeister Staschinski bei den Organisatoren und übergaben zur Erinnerung einen gravierten Glaspokal. Herr Mahler vom Heidekreis war ebenfalls vor Ort und übergab die besten Wünsche und den Dank des Landrates an die rund 150 Teilnehmer.

Fotos Kreisfeuerwehr HK und Kreisfeuerwehr Verden

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