Steirische Feuerwehren unterstützen Corona-Massentests: Hilfe für Gemeinden und Gesellschaft ist Frage von Solidarität und Menschlichkeit

In der Steiermark sind die Corona-Massentests gestartet. Den Auftakt macht das Personal aus dem gesamten steirischen Bildungsbereich. Personelle Unterstützung bei der Projektabwicklung gibt‘s auch von den steirischen Feuerwehren. „Gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Abteilungen sowie unseren Partnern wie dem Bundesheer, dem Roten Kreuz anderen Einsatzorganisationen sowie vielen weiteren freiwilligen Unterstützern wollen wir für unsere Bevölkerung das Beste machen“, erklärt Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried zum Auftakt der Massentestungen und dankt den Feuerwehrkräften am Internationalen Tag des Ehrenamtes für den Dienst am Nächsten.

Österreichweit sind es rund 32.000 Feuerwehrmitglieder, die bei den Test-Standorten vor und hinter den Kulissen tätig sind, wie der Österreichische Bundesfeuerwehrverband jüngst in einer Aussendung mitgeteilt hat (siehe Artikel hier auf Fireworld.at: 32.200 Feuerwehrmitglieder bei Covid-19 Massentests österreichweit im Einsatz).

Auch in der Steiermark sind es viele Hundert Feuerwehrmitglieder, die an den beiden Testwochenenden im organisatorischen und logistischen Bereich zum Einsatz gelangen. Zum Auftakt sind es heute Samstag in Summe rund 150 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, die in ihren jeweiligen Feuerwehrbereichen wichtige Unterstützungstätigkeiten leisten. „Hauptaufgaben sind Ordnungsdienste, die Lenkung der Personenströme bei der Teststandorten sowie die organisatorische Unterstützung während der Testzeiträume. Um das Funktionieren der Massentestung zu gewährleisten, werden in den Bundesländern je nach Anforderung individuelle Lösungen umgesetzt“, fasst LBD Leichtfried den Einsatz der Feuerwehrkräfte zusammen.

Ersten Erhebungen zufolge werden steiermarkweit zwischen 2.500 bis 3.000 Feuerwehrmitglieder die beiden geplanten Massentestungen unterstützen.

Hilfe für Gemeinden – Frage von Solidarität und Menschlichkeit

„In Zeiten der größten Gesundheitskrise seit 100 Jahren ist es nicht nur unsere soziale Verantwortung gegenüber den Gemeinden und unseren Mitmenschen, sondern auch eine Frage von Solidarität und Menschlichkeit, uns als Feuerwehren, entsprechend unserer Möglichkeiten, in das Projekt der Massentestungen einzubringen“, betont Landesfeuerwehrkommandant LBD Reinhard Leichtfried, nicht ohne zeitgleich auf ein enormes Spannungsfeld zwischen Infektionsgeschehen und Aufrechterhaltung der  Einsatzbereitschaft zu verweisen.

Selbstschutz zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft

„Für uns war und ist es stets das Wichtigste, dass wir den Einsatzbetrieb und die Einsatzbereitschaft für die Sicherheit der Bevölkerung aufrechterhalten können. Daher steht auch bei diesem Projekt der Massentestungen der Selbstschutz unserer eingesetzten Mannschaften an oberster Stelle. Denn ob Lockdown oder Lockerungen, bis jetzt haben wir bei keiner einzigen Feuerwehr einen Totalausfall gehabt. Und das erfüllt mich mit Stolz. Denn viele Feuerwehrmitglieder leiden darunter, dass es über Wochen hinweg keine Übungen, Schulungen oder Möglichkeiten zur Kameradschaftspflege und im gesamten Jahr 2020 keine Veranstaltungen gegeben hat“, blickt Leichtfried auf die letzten Tage, Wochen und Monate zurück.

Wir sehen unsere Hilfe als selbstverständlich an

Für Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried sind die derzeitigen Massentests – und alle noch folgenden Tests – sehr wichtig für einen Re-Start nach dem zweiten Lockdown – auf dem Weg zurück in eine neue Normalität, die hoffentlich bis Mitte 2021 erreicht werden kann.

Da sich die Pandemie nur gemeinsam in den Griff kriegen lasse, sei auch die Unterstützung und Hilfe der Feuerwehren selbstverständlich. „Für uns als Einsatzorganisation ein klarer Auftrag, uns in dieser Pandemie nach unseren Möglichkeiten und nach Auftragslage einzubringen“ stellt Leichtfried klar und erläutert den Zugang zur Einsatzabwicklung. „Wir wickeln diese gegenständlichen Herausforderungen über unser Sachgebiet Katastrophenhilfsdienst ab, analog dazu, wie wir unsere Aufgaben nach schweren Unwettern oder anderen Großschadenslagen nach Maßgabe unserer Möglichkeiten zu erfüllen haben. Die Bereichsfeuerwehrverbände greifen da zunächst auf die örtlichen Feuerwehren zurück, im Bedarfsfall können diese durch lokale Kräfte aus den KHD-Einheiten unterstützt werden“.

Positives Resümee zum Testauftakt

Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried, der das Einsatzgeschehen der Feuerwehrkräfte im Krisen- und Koordinationsstab in der Landeswarnzentrale mitverfolgt, zieht zum Auftakt der Massentestungen seitens der Feuerwehren ein durchwegs positives und zufriedenstellendes Resümee.

„Nicht nur die eingesetzten Mannschaften, sondern auch die Führungskräfte sind bei solchen Einsätzen besonders gefordert. So ist die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Behörden und verantwortlichen Einsatzorganisationen, die Einsatzstrukturierung und die klare Aufgabenstellung für die eingesetzten Kräfte von zentraler Bedeutung. Wir werden die heute im Gesamten gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam analysieren und im Bedarfsfall den einen oder anderen Optimierungsschritt setzen, um für die Massentestung am kommenden Wochenende bestmöglich gerüstet zu sein“, fasst Leichtfried die Eindrücke der ersten Stunden der Testung für das Personal im gesamten steirischen Bildungsbereich, dem Auftakt von den flächendeckenden COVID-19-Testungen, zusammen.

Danke an alle Feuerwehrkräfte am Internationalen Tag des Ehrenamtes

„Mein aufrichtiger Dank und Respekt gilt allen unseren Mitgliedern, die uns, besonders in diesen herausfordernden Zeiten, ihr kostbarstes Gut, nämlich ihre Freizeit, zur Verfügung stellen. Ich bin sehr stolz auf das, was in unseren Reihen geleistet wird. Zum Jahreswechsel 2019/2020 ahnte wohl kaum jemand, welche Wendung unser aller Leben in diesem Jahr nehmen würde. Die Corona-Pandemie hat, mit Beginn im März, die gesamte Gesellschaft vor enorme Herausforderungen gestellt. Neben den vielen Einschnitten im öffentlichen und privaten Bereich haben die Entwicklungen zur Eindämmung der Virusverbreitung auch nachhaltige Auswirkungen auf den Feuerwehrbereich gehabt. Wir sind in einer für uns noch nie dagewesenen Situation, mussten während Lockdown 1 und 2 über Wochen hinweg gravierende Einschnitte hinnehmen, um unseren Beitrag zur Verhinderung einer unkontrollierten Virusausbreitung und zur Überlastung unserer Spitäler zu leisten. Ob der vielen Veranstaltungsabsagen, Maßnahmen, Entbehrungen und Einschränkungen, die uns rund um das Coronavirus ereilt haben, möchte ich mich für die hohe Disziplin, das kollektive Verständnis und die kollektive Bereitschaft, die angeordneten Maßnahmen mitzutragen, herzlich bedanken. Danke für alles – auch im Namen von LBDS Erwin Grangl – und kommt stets gesund und wohlbehalten von allen Einsätzen und Ausrückungen nach Hause zurück!“

Landes-Feuerwehrverband Steiermark

Generalprobe für die Massentests

In Judenburg ging am Nikolaus- und Krampuswochenende die Generalprobe für die Massentests am 12. und 13. Dezember gegen die Corona Pandemie über die Bühne. Neben Lehrern, Betreuerin und Elementarpädagogen konnten sich am 5. und 6. Dezember 2020 auch Schulpersonal in der Lindfeldhalle in Judenburg freiwillig auf das Corona Virus testen lassen.

Um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können arbeiteten unter Einhaltung sämtlicher Sicherheits- und Hygienemaßnamen die Feuerwehr, Rotes Kreuz, Gemeinde und das Österreichische Bundesheer dabei Hand in Hand. Neben dem Team des Roten Kreuzes, das den Test durchführte, arbeiteten auch Mitglieder der Feuerwehr Judenburg an einem reibungslosen Ablauf mit.

Die Feuerwehr Judenburg unterstützte die Testungen personell im Bereich der Logistik beziehungsweise in Form von Ordnerdiensten. Von der professionellen Arbeit überzeugten sich allen voran Landesbranddirektor Stv. Erwin Grangl gemeinsam mit dem Judenburger Bereichsfeuerwehrkommandanten Oberbrandrat Harald Schaden und mit dessen Stellvertreter Brandrat Armin Eder. 

Einige Nachbesserungen müssen noch für die kommenden Massentests im Murtal gemacht werden, sodass kommendes Wochenende diese ohne weitere Probleme über die Bühne gehen können, resümiert Landesbranddirektor Stv. Grangl über die Generalprobe.

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