Umstrittener “Corona.Film” spaltet das Netz

Der neue Streifen “Corona.Film” von Autor und Regisseur Bert Ehgartner lässt die Wogen hochgehen, da er bewusst mit verschwörerischen Thesen operiert. Über 330.000 Zugriffe erhielt das Video auf YouTube in der ersten Woche, nachdem es am 1. April 2021 online ging. Vimeo hat es nach zwei Tagen wieder gelöscht.

Finanziert wurde das Projekt durch Crowdfunding. Ein Start in den Kinos ist derzeit nicht möglich, deshalb bieten Ehgartner und sein Produzent Robert Cibis die Doku auch auf alternativen Kanälen an und arbeiten bereits an einer Fortsetzung.

Medien im “Panik-Modus”

“Ich bin kein Impfgegner, doch die zweifelhaften Maßnahmen der Regierungen verlangen nach Aufklärung”, so Ehgartner im Interview mit pressetext. Er wolle insbesondere die “Panikmache” beleuchten, die seit Beginn der Pandemie weltweit zur Einschränkung von Freiheitsrechten geführt habe, so der Filmemacher, der sich offensichtlich dezidiert auf die Seite der Corona-Maßnahmenkritiker geschlagen hat.

Die filmische Chronologie der Ereignisse beginnt mit Ausschnitten deutscher TV-Sendungen, die sich nach den ersten Bildern aus China über Verschwörungstheoretiker lustig machen, die die Corona-Gefahr übertreiben. Nur einen Monat später ein anderes Bild: Alle Medien fallen in den “Panik-Modus”. Nun sind die “Besonnenen” plötzlich die “Verschwörungstheoretiker” und eine Regierung nach der anderen ruft den Notstand aus.

Ein Jahr später ein ähnliches Phänomen, nachdem mit den Impfungen begonnen wurde: In vielen Ländern treten während der ersten Impfserien in Altenheimen Todesfälle auf, die im Film – wider Expertenwissen – in einen kausalen Zusammenhang mit den Impfungen gestellt werden. In den Medienberichten kommt es so – dem Film zufolge – zu einer Argumentationsumkehr. Im selben Ausmaß, wie Corona-Todesfälle zuvor dramatisiert worden seien, würden Todesfälle, die kurz nach dem Impftermin auftreten, nun bagatellisiert.

Nicht polemisch, aber verstörend

Wer immer mit seiner Meinung gegen den Strom schwimmt, erhalte von den sogenannten “Mainstream-Medien” den Stempel des “Rechtsextremisten”, kritisiert Ehgartner. Der Film zitiert dazu den Neurowissenschaftler und Psychiater Raphael Bonelli: “Man kann keine Kritik mehr äußern, weil man sofort ins rechte Eck gestellt wird. Der Spiegel hat über eine Demo geschrieben: Dort sind nur Rechtsextreme und Menschen, die mit Rechtsextremen auf eine Demo gehen. Das ist Framing, die hohe Schule der Manipulation.”

Alles ist anders als es schien. Nichts hätte so kommen müssen. Nicht in Oberitalien, wo schreckliche Fehlentscheidungen und politische Show-Effekte ein globales Trauma auslösten. Und auch nicht in der offiziellen Darstellung der Pandemie in den Medien, wo eine einzige Wahrheit durchgedrückt wurde, um das herrschende Narrativ nur ja nicht durch Zwischentöne und Relativierungen zu stören. Corona.Film stört. Und er stört gut.

In der Doku kommen weitere Kritiker der Corona-Maßnahmen zu Wort, die von vielen Stellen – und das völlig zurecht – als “Verschwörungstheoretiker” diskreditiert werden, unter ihnen die Mediziner Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi oder die Initiatoren der Stiftung Corona-Ausschuss, Viviane Fischer und Reiner Fuellmich.

Der Film wird zwar nie polemisch, ist allerdings ziemlich verstörend, da er die redlichen Bemühungen der europäischen Regierungen im Kampf gegen die Pandemie untergräbt. Sein Resümee ist eine Sammlung von altbekannten Verschwörungsmythen: Was durch die Corona-Krise an die Oberfläche gelangt, sei die Folge lang vorbereiteter Planung, die jetzt überdeutlich sichtbar werde. Einflussreiche Gruppen würden die Welt auf die tödliche Pandemie einschwören. Lobbyisten unterwanderten Politik und Behörden. Amazon, Google und Co würden eine krasse Benachteiligung der Klein- und Mittelbetriebe und den Ausverkauf der Wissenschaft an Politik und Industrie betreiben.

Am Ende bleibt der schale Nachgeschmack: Wenn statt der Not und dem Elend in den Intensivstationen und statt den Millionen von Corona-Opfern weltweit die besserwissenden Kommentare der selbsternannten Schreibtisch-Kritiker in den Mittelpunkt gerückt werden, bleibt der Film das, was er ist: ein trotziger Propaganda-Beitrag für die umstürzlerischen – leider zumeist rechtsextremen – Kräfte in Europa.

Film auf Odysee

Pressemeldung Pressetext

5 Gedanken zu „Umstrittener “Corona.Film” spaltet das Netz

  • 9. April 2021 um 11:32
    Permalink

    Wäre schön, wenn sich der Autor der Rezension mal mit Namen outen würde. Man hat das Recht zu erfahren, wer hier schreibt.

    Antwort
  • 9. April 2021 um 11:39
    Permalink

    Sorry, soeben die Quelle ergänzt. Der Beitrag war / ist eine Pressemeldung, verfasst bzw. publiziert von Pressetext Österreich.

    Antwort
  • 9. April 2021 um 23:56
    Permalink

    Wie genau sieht denn 1. Die Verschwörungstheorie von Bhakdi aus und 2. Wie sieht das Expertenwissen aus welches keinen Zusammenhang von Todesfällen und Impfungen beweist?
    Vielen Dank für die Antwort

    Antwort
  • 10. April 2021 um 16:00
    Permalink

    Der Autor hat genau die Theorien bestätigt, die im Film wunderbar erarbeitet und gezeigt wurden. Herzlichen Glückwunsch zum Eigentor! Nur schade, dass man dem Autor nicht persönlich schreiben kann!!! Es ist einfach nur noch erbärmlich…

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.