Deutschland: Brand in Fachwerkhaus in Alsfeld fordert ein Menschenleben

ALSFELD (DEUTSCHLAND): In Alsfelds historischer Altstadt stand am frühen Freitagmorgen, 31. Juli 2015, das Obergeschoss eines Fachwerkhauses der Untergasse lichterloh in Flammen. In dem Feuer starb ein Mann, eine Frau konnte sich mit Brandverletzungen aus dem Haus retten. Über 60 Feuerwehrleute aus Alsfeld, Eudorf, Liederbach und Lingelbach, mehrere Rettungsteams und Notärzte sowie zahlreiche Streifenwagenbesatzungen der Polizei waren im Großeinsatz.

„Es war ein Brand der schlimmeren Sorte“, kommentierte Bürgermeister Stephan Paule vor Ort. Wie der Bürgermeister sagte, sei die Altstadt durch ihre Fachwerkstruktur besonders brandgefährdet, doch die Brandschützer dafür sensibilisiert. „Die Feuerwehr hat sich mit der notwendigen Sorgfalt dem Brand gewidmet, leider war ein Todesfall zu verzeichnen“, so Paule.

Bei Eintreffen der Feuerwehr schlugen meterhohe Flammen aus den Fenstern des Hauses. Während sich ein Rettungsteam um eine verletzte Hausbewohnerin auf der Straße kümmerte, suchten Feuerwehrleute unter Atemschutz und dem Einsatz ihres Lebens nach einem vermissten Mann in dem brennenden Haus. Die Anwohner der umliegenden Gebäude wurden währenddessen von Kräften der Polizei und Feuerwehr evakuiert, sofern sie sich nicht schon auf die Straße begeben hatten. Mitten in diesem Geschehen fiel ein Funkspruch von Feuerwehrleuten aus dem Brandhaus und kündigte einen tragischen Ausgang des Rettungseinsatzes an, sie konnten den Vermissten nur noch tot auffinden. Nach dem die Flammen gelöscht waren, die letzten Glutnester bekämpft wurden und sich der Rauch gelichtet hatte, trat ein gespenstischer Moment der Stille am Brandort ein. Dicht am Eingang des ausgebrannten Hauses versammelt, schirmten Feuerwehrleute stillschweigend die neugierigen Blicke von Schaulustigen ab. Es war der Moment, als das Opfer des Brandes von der Pietät geborgen wurde. Noch während den Nachlöscharbeiten kamen Notfallseelsorger zum Einsatz.

Zur Ursache des Brandes und seinem Sachschadensausmaß liegen noch keine Angaben vor. Brandermittler der Kriminalpolizei haben ihre Arbeit aufgenommen, die Feuerwehr führt letzte Nachlöscharbeiten durch. „Durch das alte Fachwerk mit seinem Lehmausfugungen kroch das Feuer förmlich in alle Ecken“, schilderte Stadtbrandinspektor Michael Eilts. Um gänzlich Löschen zu können, müssen die Feuerwehrleute die Fassaden im Innenbereich und Außenbereich des Hauses öffnen und sämtliche Vertäfelungen abnehmen. Die Untergasse bleibt vorerst voll gesperrt.

Für die Betroffenen des Brandes kündigte Alsfelds Bürgermeister Hilfe an. Mit der örtlichen Bau- und Siedlungsgenossenschaft soll eine vorübergehende Bleibe geschaffen werden, insofern eine Unterbringung innerhalb von Familien nicht möglich sei. Das Stadtfest am kommenden Wochenende soll trotz des tragischen Brandfalls stattfinden.

Freiw. Feuerwehr Alsfeld

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