Oö: Durchgehender Feuerwehreinsatz in Simbach vom 3. bis zum 15. Juni 2016

BRAUNAU (OÖ): Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Simbach waren viele Feuerwehren aus dem Bezirk Braunau im Einsatz. Galt es in den ersten Stunden nach der Katastrophe Menschen in höchster Not und Gefahr zu retten und von den Wassermassen eingeschlossene Personen zu evakuieren,…

… hier kamen alle Wasserwehrstützpunkte aus dem Bezirk sowie die Tauchergruppe der Feuerwehr zum Einsatz, so verlagerte sich der Schwerpunkt der Hilfeleistung an den folgenden Tagen auf Pump-, Bergungs- und Aufräumungsarbeiten im stark zerstörten Stadtzentrum von Simbach. Einen nicht alltäglichen und in seiner Gesamtdauer einzigartigen Einsatz leisteten dabei die Feuerwehren Überackern und Haselbach.

Da die schwer verwüstete Kläranlage der Stadt Simbach nicht mehr in der Lage war die Oberflächenwässer in den Inn zu pumpen, wurden von der Einsatzleitung zwei mobile Großpumpenanlagen angefordert. Eine dieser Pumpen wurde vom OÖ Landes-Feuerwehrverband gestellt. Die zweite Pumpe brachte das deutsche Technische Hilfswerk – Ortsverband Rosenheim zum Einsatzort.

Nach kurzer Rücksprache mit dem Landes-Feuerwehrkommando wurde die  Großpumpenanlage „Hannibal“ des OÖLFV am 3. Juni 2016 kurz vor Mittag alarmiert. Mitarbeiter des Landes-Feuerwehrverbandes brachten die Pumpe am frühen Nachmittag in Stellung, verlegten gemeinsam mit der Feuerwehr Überackern insgesamt 500 m Schläuche zum Simbach und nahmen die Pumpe in Betrieb. Für die weitere Betreuung wurden Kollegen der Feuerwehr Überackern unter BI Gerhard Schrottshamer vor Ort eingeschult.

Gemeinsam mit der Großpumpe des THW – sie wurde wenig später unmittelbar neben der Pumpe aus Oberösterreich in Stellung gebracht – konnten mehr als 20.000 Liter Wasser pro Minute aus dem Hauptsammelbecken abgepumpt werden. Durch den Einsatz der beiden Pumpen gelang es den Wasserstand im Becken zu halten und in weiterer Folge leicht abzusenken. Einlaufendes Heizöl wurde parallel dazu von Fachfirmen an der Oberfläche des Sammelbeckens abgesaugt und entsorgt.

Die Feuerwehr Überackern übernahm im 4-Schicht-Betrieb bis zum 9. Juni 2016 die Betreuung der rund um die Uhr laufenden Pumpenanlage. Danach übernahm die Feuerwehr Haselbach die Einsatzstelle. Die Bereitschaftsmannschaft war noch bis zum 15. Juni 2016 im Einsatz. Am 16. Juni 2016 wurde die Pumpenanlage zurückgeholt und ein langer und anstrengender Einsatz war beendet.

Noch nie waren oberösterreichische Feuerwehreinheiten so lange international im Einsatz. Die Gesamteinsatzdauer von 288 Stunden ist rekordverdächtig, die Zusammenarbeit mit den bayrischen Kollegen vom THW ausgezeichnet, die gemachten Erfahrungen wertvoll für die Zukunft! Durch die Arbeit der Pumpenanlagen sind viele Aufräumungsarbeiten in der Stadt erst möglich geworden. Der Einsatz hat auf sehr beeindruckende Weise die Leistungsfähigkeit und das Durchhaltungsvermögen unserer Feuerwehren gezeigt.

Der ganz besondere Dank und die Anerkennung gelten natürlich in diesem Fall den Feuerwehren Überackern und Haselbach! Die Verlagerung von sehr teuren Sondergeräten, wie die genannte Großpumpenanlage zu Stützpunkten, die rasche und unkomplizierte Heranführung und der Betrieb durch örtliche Kräfte haben sich bei diesem außergewöhnlichen Einsatz bestes bewährt.

AFKDO Braunau

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